Speyer
Galeria: So äußert sich der Speyerer Geschäftsführer zum Insolvenzverfahren
„Wir arbeiten wirtschaftlich“, unterstreicht Geschäftsführer Niko Rauch. Die Situation sei nicht zum Feiern, aber man sehe sie als Chance für einen kompletten Neustart. Rauch habe am Dienstagmorgen die 60 Mitarbeiter der Speyerer Filiale über den dritten Antrag des Konzerns innerhalb von weniger als vier Jahren informiert. Diese nahmen die Nachricht demnach „gefasst auf“. Sie hätten ein bisschen optimistischer als beim vergangenen Mal gewirkt. Galeria betreibt aktuell bundesweit 92 Filialen.
„Die Geschäfte liefen in letzter Zeit sehr gut“, sagt Rauch. Besonders die „Black Week“ Ende November, aber auch das Weihnachtsgeschäft seien stark gewesen. „Auch im Januar liegt der Umsatz über Plan“, so der Geschäftsführer. Aktuell bereite man sich auf die Faschingszeit vor, ergänzt Abteilungsleiterin Maria Gamburg: „Wir organisieren wieder einen Tätowierer und einen Friseur.“ Man probiere alles, um die Attraktivität eines Warenhauses zu zeigen, ergänzt Rauch.
Situation analysieren
Was der Antrag auf Insolvenzverfahren für den Speyerer Standort bedeutet, lasse sich noch nicht sagen. Das Team müsse nun die aktuelle Situation analysieren. Die zahlreichen Insolvenzen des Eigentümers Signa-Gruppe „sind für unser Unternehmen eine massive Belastung“, so Rauch. Deswegen sei das Insolvenzverfahren ein „Befreiungsschlag, mit dem sich Galeria aus den belastenden Rahmenbedingungen der alten Eigentümerstruktur lösen und einen Eigentümerwechsel anstreben kann.“ Auch mit einer Halskrause könne man sich erholen, wählt Rauch eine Metapher.
Es gebe einen regelmäßigen Austausch mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD). Für kommende Woche sei – unabhängig von den aktuellen Ereignissen – ein Vor-Ort-Termin angesetzt. „Gemeinsam werden wir alle uns möglichen Anstrengungen unternehmen, um ,unseren’ Kaufhof in Speyer zu erhalten“, so Seiler, die den Mitarbeitern und Kunden des Warenhauses dankt, weil sie „dem lokalen Handel den Rücken stärken“. Es gelte, die weitere Entwicklung mit Geduld und Zuversicht zu beobachten: „Womöglich können wir schon in der kommenden Woche, nach unserem Vor-Ort-Termin, klarer in die Zukunft sehen.“
Blum nicht mehr im Unternehmen
Bereits an diesem Donnerstag trifft sich die Oberbürgermeisterin mit Vertretern der Speyerer Gewerkschaften. Dabei werde es auch um die Galeria-Filiale in Speyer gehen, kündigt Axel Elfert, der Vorsitzende des Stadtverbands Speyer im Deutschen Gewerkschaftsbund, an.
Unterdessen wurde bekannt, dass der langjährige Speyerer Galeria-Betriebsratsvorsitzende Niki Blum das Unternehmen verlassen hat. Aktuell führen die Stellvertrerinnen Ilona Weber und Birgit Schmitt den Betriebsrat. Am Mittwoch, 17. Januar, sind Wahlen angekündigt.