DUDENHOFEN
Fußball: Wie ein Fan das Heimspiel erlebt
Auf den Fußball angesprochen sprudelt es aus dem 60-jährigen Franken heraus. Seit 47 Jahren sei er glühender Anhänger von Borussia Mönchengladbach, erlebte auch noch die Blütezeiten, als die Fohlen von der Borussia um die deutsche Meisterschaft mitspielten und diese auch gewannen.
Doch der Wahlpfälzer, kam über die Eifel und das Saarland nach Schifferstadt, wo er nun mit seiner Ehefrau wohnt, die ebenfalls dem runden Leder sehr nahe steht. Der frühere Dauerkarteninhaber der Gladbacher spricht regelmäßig von „uns“, und meint damit nicht nur die Borussia, sondern auch das Team des FV Dudenhofen.
Im Kreis
„Ich habe nach dem Spiel sogar schon mal im Kreis bei den Spielern dabei gestanden“, erzählt Franken, der seinem Herzensteam unweit der neuen Heimat, doch sehr nahe ist. In die Heimat nach Mönchengladbach, zu den Spielen im vor wenigen Jahren neu gebauten Borussia-Park, fährt er nicht mehr zu jedem der 17 Heimpartien.
„Es ist ja schon toll, dass jetzt jedes Spiel, auch die Europapokalspiele, im Fernsehen kommen“, sagt Franken. Doch der Abteilungsleiter der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten in Karlsruhe hat auch noch die fußballerische Heimatliebe, mit der er fast alle Spiele im eigenen Stadion mitmacht.
„Seit ich in Schifferstadt bin, bin ich Fan vom FV Dudenhofen“, erzählt Franken, der seit neun Jahren seinen Lebensmittelpunkt in der Rettichmetropole hat. Ein Pokalspiel vor 2000 Zuschauern gegen den TuS Mechtersheim brachte ihm den FVD näher: „Man sucht sich keinen Verein aus. Der Verein sucht einen selbst aus.“
Frühzeitige Anreise
Wenn ein Heimspiel ansteht, dann ist der gebürtige Rheinländer etwa eine bis eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff vor Ort. „Das Spiel fängt für mich aber schon mindestens einen Tag vorher an“, sagt der FVD-Fan, der sich in der Lokalpresse und über die Homepage Infos zum Spiel einholt.
„Ich muss den Rasen riechen, mein Bierchen trinken und eine Bratwurst essen“, sagt er mit einem rheinischen Akzent und schwelgt dabei auch in Erinnerungen, eben gerade an die Aufstiegssaison 2016/2017, bei der er oft mit dem mittlerweile verstorbenen Siegfried Tretter an der Bande stand.
„Als wir in dieser sensationellen Verbandsligasaison fast alle Spiele gewannen, haben wir nach jedem Heimspiel gegen die Bande geklopft und ganz laut Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey gerufen“, erzählt Franken von einem Ritual. In besonderer Erinnerung bleibt ihm auch das Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, bei dem er seine Mannschaft dem Sieg so nahe sah.
Alle abklatschen
Bevor die Spieler vor dem Anpfiff in die Kabine huschen, steht Franken bei den Heimspielen, wie ein paar andere Fans am Spielfeldrand und klatscht alle Spieler ab. Danach beginnt die heiße Phase für die Gelb-Schwarzen, aber auch für Franken.
„Mit dem Beginn bin ich fokussiert auf das Spiel. Da geht viel durch den Kopf. Ich bin auch emotional und denke mir, geil das es los geht“, berichtet Franken von den ersten Sekunden, nach denen der Schiedsrichter das Spiel eröffnet.
Geliebte Rituale
Gerät seine Mannschaft dann aber mal in Rückstand, ist er der Letzte, der die Hoffnung aufgibt. „Ich habe schon ganz oft vorausgesagt, dass wir das Spiel noch drehen“, erinnert sich Franken, der leidenschaftlich mit seinem Team mitbibbert, aber sich erst bei einem Vorsprung von drei Toren dem Sieg sicher sei.
Als besonderen Höhepunkt bei den Heimspielen sieht es der Wahlpfälzer an, dass er die Leute und auch die Abläufe vor dem Match kennt. „Das Tolle ist, dass zu Hause am Ende alle gemeinsam jubeln“, erklärt Franken.