Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Klatsche für FC Speyer 09

Zum 1:1 ausgeglichen: Lazar Ilic.
Zum 1:1 ausgeglichen: Lazar Ilic.

Nach 25 Minuten in der Partie der Fußball-Oberliga zwischen dem FC Speyer 09 und Gastgeber Hertha Wiesbach hätte am Samstag niemand der 125 Zuschauer geahnt, dass der FC richtig unter die Räder kommen würde. Doch am Ende unterlag das Schlusslicht mit 1:8 (1:6).

Nach etwas mehr als 25 Minuten war Speyers Trainer Uwe Gaßner noch voll motiviert. Er lief beim Tabellendritten Wiesbach in seiner Coaching-Zone hin und her und gab seinen Akteuren fleißig Anweisungen. Die lagen zu diesem Zeitpunkt zwar mit 1:2 hinten, waren aber überraschend gut im Spiel.

Die Monsterchance

Und dann hatte Speyer, das durch Lazar Ilic zum zwischenzeitlichen 1:1 ausglich, sogar die Monsterchance zum 2:2. Nach einer Hereingabe von der linken Seite kam Leon Ohlinger frei im Strafraum zum Abschluss. Doch Hertha-Torwart Joshua Blankenburg lenkte den Schuss des A-Jugendlichen gerade noch so an die Latte.

Eine Viertelstunde später saß Gaßner in sich zusammengesunken und schweigend auf einer alten Holzbank an der Seitenlinie. Denn binnen kürzester Zeit war aus der ausgeglichenen Partie eine klare Angelegenheit zugunsten der Hausherren geworden.

Tempo-Probleme

„Da haben wir uns in einen Rausch gespielt und unsere Umschaltmomente eiskalt genutzt“, analysierte der aus Ludwigshafen stammende Wiesbacher Trainer Michael Petry. „Wir haben uns schon das 1:2 durch einen Torwartfehler quasi selbst gemacht und auch danach noch viele individuelle Fehler gemacht“, stöhnte Gaßner.

Probleme hatten die Blau-Schwarzen vor allem, wenn es schnell ging. Dabei spielte insbesondere Pascal Piontek die Defensive des FC 09 – der verletzungsbedingt arg gebeutelt war und bei dem drei A-Jugendliche in der Startelf standen – schwindlig. Dem 19-jährigen Torjäger gelang zwischen der 35. und 38. Minute ein lupenreiner Hattrick.

Laufduell gewonnen

Das 3:1 schaffte er mit einer sehenswerten Direktabnahme, bei der er allerdings auch sträflich frei stand. Das 4:1 markierte der Stürmer nach einem Doppelpass mit Tim Schäfer, das 5:1, nachdem er sich, trotz deutlich schlechterer Ausgangsposition im Laufduell gegen Elias Wekesser durchgesetzt hatte.

Noch vor der Pause erhöhte Schäfer, dessen Schuss vom Innenpfosten ins Netz ging, auf 6:1 für Wiesbach. Im zweiten Abschnitt traf dann noch der eingewechselte Ruddy M’Passi doppelt für die Saarländer. Das 1:0 für die Gastgeber hatte übrigens Ex-Profi Sven Sellentin erzielt. Das 2:1 für die Hertha ging auf das Konto von Nico Wiltz.

Mentaler Ballast

Mit der Schlappe als mentalem Ballast geht Speyer nun in die 14-tägige Pause, bevor am 19. März die Abstiegsrunde startet. An die wollte Gaßner nach der bitteren Pleite bei der Hertha noch nicht denken. „Ich muss das Team jetzt erst wieder aufbauen“, erklärte der Übungsleiter. Und dann muss er daran arbeiten, dass seine Elf die individuellen Fehler abstellt.

„Das wird schwer, vor allem, weil sich das schon durch die ganze Runde zieht. Aber wir versuchen es“, kündigte der FC-09-Trainer an. An den Ligaerhalt wagt Gaßner angesichts des großen Rückstands auf die Nichtabstiegsränge – und der Klatsche in Wiesbach – vorerst nicht zu denken.

„Ich will nicht komplett ausschließen, dass wir den Klassenverbleib noch schaffen. Aber im Moment sehe ich das nicht“, so sein ernüchterndes Fazit.

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