Speyer
Fußball: FV Dudenhofen holt 1:1 in Trier
Der FV Dudenhofen ist ein gebranntes Kind. Vor ziemlich genau zwei Jahren kassierte das Team im damaligen Oberliga-Gastspiel bei Eintracht Trier in der Nachspielzeit das entscheidende 1:2. Nun, bei der zweiten Reise an die Mosel in der Vereinsgeschichte am gestrigen Dienstagabend, blieb den Spargeldörflern ein neuerlicher Nackenschlag erspart. Dudenhofen feierte ein hart erkämpftes 1:1 (0:1)-Unentschieden wie einen Sieg.
„Wir haben in der ersten Halbzeit gegen einen starken Gegner sensationell gut gespielt“, lobte Dudenhofens Trainer Christian Schultz, der aber auch eingestand, dass in zwei Szenen etwas Glück zur Seite stand.
Einmal bei einem Pfostentreffer von Triers Stürmer Tim Garnier (11.). Und das andere Mal bei einer umstrittenen Zweikampfszene in der 85. Minute, als Eintracht-Linksaußen Kevin Heinz im FVD-Strafraum zu Boden ging, von Schiedsrichter Giuseppe Geraci aber die Gelbe Karte wegen einer vermeintlichen Schwalbe kassierte.
Geschenk angenommen
Bei der 1:0-Führung nahmen die Dudenhofener zudem ein Geschenk des SVE an. Jason Kaluanga spielte einen katastrophalen Rückpass in die Beine von FVD-Stürmer Julian Scharfenberger, der keine Probleme hatte, den Ball an SVE-Torwart Denis Wieszolek vorbei einzuschieben (26.).
Die Führung spielte den Gästen in die Karten, die sich fortan etwas zurückzogen und die Räume eng machten. „Nach dem 1:0 hatten wir eine gute Spielkontrolle“, befand Coach Schultz, der seinem Team angesichts eines Trierer Dauerdrucks nach der Pause ein Sonderlob ausstellte: „Wir haben in der zweiten Halbzeit leidenschaftlich gekämpft.“
Geniale Schusstechnik
Gegen eine geniale Schusstechnik von Triers Mittelfeldspieler Dominik Kinscher war aber kein Kraut gewachsen. Mit einem tollen Treffer ins lange Eck erzielte er den 1:1-Endstand (59.).
Nach vier Spielen gegen vermeintliche Topteams der Oberliga (Engers, Worms, Pfeddersheim, Trier) stehen sieben Punkte für den Aufsteiger Dudenhofen zu Buche. „Das ist auf jeden Fall über dem Soll“, sagte Kapitän Kevin Hoffmann, der über die Ausbeute durchaus überrascht ist: „Wir haben eine ganz schwache Vorbereitung gespielt. Wir wussten gar nicht, wo wir stehen. Der Auftaktsieg gegen Engers hat uns Selbstvertrauen gegeben.“
Ungläubiger Schultz
„Hätte mir vor der Saison jemand gesagt, dass wir nach dem Spiel in Trier sieben Punkte haben, hätte ich das verneint“, sagte Schultz, der die Saison-Vorbereitung aber nicht als Gradmesser für die Leistungsfähigkeit seiner Mannschaft heranziehen wollte: „Ich bin jetzt 17 oder 18 Jahre Trainer. Ich kenne die Jungs und weiß, dass sie, wenn es in einem Pflichtspiel darauf ankommt, den Schalter umlegen können.“
Für den Trainer bedeutet jeder Punkt einen wichtigen Schritt zum Ziel Klassenverblieb. Doch Hoffmann sagt auch: „Wir wollen uns nicht wie in der Oberliga-Saison vor zwei Jahren verstecken.“ So geschehen in Trier. Der Lohn: ein Remis – und keine Last-Minute-Niederlage wie am 5. August 2017.
RHEINPFALZ-Tipp: 2:0
Noch glauben wir einfach nicht an die neue Oberliga-Tauglichkeit Dudenhofens und daran, dass Torjäger Julian Scharfenberger einfach in jedem Spiel zuzuschlagen scheint. Nicht mal ein Trefferchen haben wir dem FVD zugetraut. Aber eines, das wussten selbst wir: In der Begegnung fallen zwei Tore, und das mit der richtigen Verteilung schaffen wir auch noch.