Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: FV Dudenhofen erteilt FC Speyer 09 eine Lehrstunde

Drei zu eins: Speyers Ibrahim Karakus sucht gegen Tolga Barin (links) eine Anspielstation, hinten links lauert Torschütze Michae
Drei zu eins: Speyers Ibrahim Karakus sucht gegen Tolga Barin (links) eine Anspielstation, hinten links lauert Torschütze Michael Bittner.

Fussball: Der FC Speyer 09 muss weiter auf einen Sieg in der Oberliga warten. Im Derby beim FV Dudenhofen war das Schlusslicht in keiner Phase der Partie in der Lage, die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen. Stattdessen zeigten die Gastgeber, was wichtig ist, um die Punkte mitzunehmen.

Im Fußball sind Zweikämpfe wie das Salz in der Suppe. Deshalb dürfte dem einen oder anderen Zuschauer am Montagabend das Derby zwischen dem FC Dudenhofen und dem FC Speyer 09 ein wenig fade vorgekommen sein. Und diese Zweikampfführung lässt sich an einer Statistik ablesen: Gelbe Karten – Fehlanzeige. Dafür aber 5:2 Tore.

„Wir wollten gallig sein“, sagte Speyers Trainer Thomas Heuß nach der Partie. Er habe von seinen Spielern gefordert, mit Willen in die Zweikämpfe zu gehen. Zu sehen war dies über 91 Minuten an der Iggelheimer Straße nicht. Und Heuß war enttäuscht: über die Gegentore Nummer vier und fünf von Justin Neuner (75.) und Eric Häußler (79.), die seine Mannschaft nicht gut verteidigt habe.

Tolles Tor

Es war an diesem Abend wieder einmal zu sehen, dass zu einem erfolgreichen Auftritt mehr gehört, als nur einen schönen Fußball zu spielen. Hier erteilte der FV Dudenhofen Speyer eine Lehrstunde. Die wichtigen Zweikämpfe gewannen die Gastgeber und schalteten schnell um. Wie beim 1:0, das es wert gewesen wäre, es in einer Wiederholung zu sehen. Steffen Straub hebelte mit einem Diagonalpass die gesamte FC-Abwehr aus, Adressat Michael Bittner legte sich den Ball auf seinen starken linken Fuß und zirkelte das Runde genau ins lange Eck (15.). Wenig später zeigte er, dass er es auch mit rechts kann (19.).

Wenn dem FV Dudenhofen an diesem Abend etwas vorzuwerfen war, dann dass sie mit einer beruhigenden Führung im Rücken zu betulich agierten. Und Speyer seinerseits Umschaltmomente erlaubten. Valentino Zuch nutzte solch einen zum 2:1 (31.). Aber Dudenhofen zog kurz die Zügel an, presste hoch, gewann wieder einen entscheidenden Zweikampf und Marvin Sprengling netzte kurz vor der Pause zum 3:1 ein (44.).

Genickschlag vor der Pause

Ein Tor so kurz vor der Halbzeit ist ein richtiger Genickschlag. Das sah auch Heuß so. Zum Glück holte Daniel Schattner für die Gäste einen Foulelfmeter heraus und verwandelte selbst, sodass die Spannung oben blieb (69.). Aber der FC Speyer 09 verlor eben danach wieder die entscheidenden Zweikämpfe.

Dudenhofens Trainer Steffen Litzel erklärte später, dass sich seine Mannschaft in der zweiten Hälfte habe ein wenig fallen lassen und Speyer mehr Ballbesitz zugestanden habe. Allerdings zumeist rund um den Mittelkreis. Und das ist ein Bereich, in dem die ballführende Mannschaft bekanntlich wenig Torgefahr entwickeln kann. Gleichzeitig aber ein gefährlicher Bereich, um einen Zweikampf und damit den Ball zu verlieren. Und darauf lauerten die Gastgeber. Es ist eine Fähigkeit, die der FV Dudenhofen mit seinen erfahrenen Oberligaspielern besitzt. Sie erobern den Ball und spielen ihn schnell nach vorn, um den Gegner zu überrumpeln. Speyer tappte gestern in Hälfte zwei mehrmals in diese Falle.

Langwieriger Lernprozess

„Wir hätten vielleicht unsere Chancen noch ein wenig besser nutzen können“, stellte Litzel hernach fest. Aber das waren nur noch Details. Der Plan, Speyer mit Ballbesitz in Sicherheit zu wiegen und dann eiskalt zuzuschlagen war voll und ganz aufgegangen. Sein Gegenüber Heuß sprach wie in den vergangenen Wochen wieder von einem Lernprozess, den seine Mannschaft derzeit absolviere.

Der FV Dudenhofen hat Speyer deutlich aufgezeigt, in welchen Bereichen besser kein Zweikampf verloren werden sollte.

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