SPEYER
Fußball: Die Italiener vom Nonnenbach
1955 trafen italienischen Gastarbeiter in Speyer ein, einer „kleinen Stadt im großen Land des Fußball-Weltmeisters von 1954“, wie damals in ihren Kreisen verlautete. 40 dieser Calciatori schlossen sich 1970 dem VfR Speyer unter der Voraussetzung an, mit einer eigenen Mannschaft am Spielbetrieb teilzunehmen.
Die Rasenspieler, damals am Nonnenbach mit Vereinsheim und Naturrasen-Platz zu Hause, machten mit. Die Speyerer Italiener-Mannschaft, als rein ausländisches Team zu jener Zeit einmalig im Südwesten, kickte in der Saison 1970/71 in der damaligen B-Klasse Speyer. Eine C-Klasse gab es im Fußball-Kreis Speyer jener Zeit nicht.
Gegentorflut
Eine Zeitlang kickten sie zwar mit Schwung. Doch der nutzte ihnen letztlich nichts. 161 Tore in 26 Spielen kassierten sie. Das 0:16 gegen den späteren Meister ASV Waldsee war die deutlichste Schlappe. Es sprach für das Beharrungsvermögen der 14 von einst 40 italienischen VfR-Fußballern, dass sie bis zum Saisonschluss durchhielten.
„Basta, basta“ forderten andere ihrer Speyerer Landsleute, weil sie um das Ansehen ihrer Fußball-Nation Italien bangten.
Die eisernen 14 waren Antonio Alemanno, Luciano Amadei, Antonio Casù, Giovanni und Pietro Cairo, Mario Cofono, Mario Fusaro, Giuseppe Leggero, Enzo di Martin, Domenico Mastrogiacomo, Augusto Mirto, Pietro La Placa, Serafino und Giovanni Perrone sowie der sich als Manager verstehende Romano Cramerotti.
Das Aus
Er und der hin und wieder als Sponsor auftretende Eiscafé-Betreiber Mario Macaluso (er und seine Frau führten später die Radlerklause des RV Dudenhofen) meldeten die VfR-Abteilung nach der ernüchternden Bilanz von 0:52 Punkten und 8:151 Toren ab.
Zwar wollten mehrere der VfR-Italiener in der folgenden Saison in einer losen Runde mit Landsleuten aus Ludwigshafen, Mannheim, Haßloch, Friedrichsfeld und Weinheim weiterkicken. Aber die Idee versandete.
Einige der italienischen VfR-ler schlossen sich anderen Vereinen an, bei denen sie in rein deutschen und national gemischten Mannschaften weitermachten.