DUDENHOFEN RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Der Schiedsrichtertest

Trockene Angelegenheit: Julian Kuhn stopp t die Zeit seiner Schiri-Kollegen.
Trockene Angelegenheit: Julian Kuhn stopp t die Zeit seiner Schiri-Kollegen.

Wenn jemand fit ist, warum sollen er dann mit 47 Jahren aufhören, zu pfeifen? So reagieren Frank Roß (Lingenfeld), Obmann der Schiedsrichter-Vereinigung Rhein-Mittelhaardt und sein Kollege Ralf Liesert (TuS Mechtersheim) auf das Vorgehen des Berliners Thomas Gräfe. Der hat gegen den Deutschen Fußball-Bund wegen der Altersbegrenzung der Unparteiischen im Profibereich Anzeige erstattet.

60 Jahre scheinen ihnen als Altersgrenze akzeptabel. Länger nicht, weil – „die Spiele ja immer schneller werden“. Der Südwestdeutsche Fußball-Verband lässt zwar zu, nach bestandener Prüfung ab 14 Jahren Spiele zu leiten, nennt aber kein Alterslimit nach oben.

Um körperlich und geistig auf dem Laufenden zu bleiben, bietet die Vereinigung alljährlich Leistungsprüfungen an, stets in Dudenhofen, der praktische Teil im Verbandsgemeindestadion, der theoretische im FV-Vereinsheim. Obmann Roß: „Der Test ist Pflicht für alle, die sich für die A-Klasse oder die Bezirksliga qualifizieren wollen.“

Ein Erfolg

„Es können auch Kollegen teilnehmen, die nicht in diesen Klassen pfeifen“, erläutert Roß. Die Organisatoren schrieben 26 Männer und eine Frau n an. Laut Lehrwart Julian Kuhn (Otterstadt) „waren alle 27 erschienen und damit ein Viertel der Rhein-Mittelhaardt-Schiedsrichter, ein schöner Erfolg“.

Nach Altersklassen eingeteilt – bis 30 Jahre, über 30, 40, 50 und 60 – umrundeten sie die 400-Meter-Bahn mehrmals. Danach wieder längst bei Puste, stellten sie sich der Theorie. Lehrwart Kuhn verteilte dazu dreiseitige Papierbogen mit 15 der insgesamt 75 Regelfragen. Diese brachten wohl manchen Prüfling erneut ins Schwitzen.

„Ein Spieler erzielt den Siegtreffer für seine Mannschaft. Zum Jubeln rennt er zur Eckfahne und tritt schwungvoll dagegen. Sie geht dabei zu Bruch. Wie muss sich der Schiedsrichter verhalten?“ „Gelbe Karte, neue Eckfahne organisieren.“

120 Seiten

Nach langen Jahren mehr oder weniger willkürlichem Schiedsrichterverhalten einigte sich die 1863 in London gegründete Football Association 1892 und 1894 auf zwölf Regeln. Heute ist der Spielregel-Katalog des Weltverbandes 120 Seiten stark. Manche Regeln unterscheiden sich für Begegnungen im Freien und in der Halle.

Das Reglement basiert in seinen Abmessungen auf englischen Maßeinheiten. Gespielt wird auf einem 68 bis 70 breiten und 90 bis 120 Meter langen Rasen oder Hartplatz mit einem 410 bis 450 Gramm wiegenden mit Leder- oder ähnlichem Material ummantelten Ball von einem Umfang von 68 bis 70 Zentimetern.

Die Tore sind 7,32 m breit, 2,44 hoch. Die Torräume ragen von den Pfosten entfernt in gerader Linie ins Feld und sind im Abstand von 5,5 m durch eine Querlinie verbunden. Von gleicher Form ist der Strafraum (16,5 m ins Feld ragend). Der Kreis um den Mittelpunkt der Mittellinie misst einen Radius von 9,15.

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