Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Öztürk und Mechtersheim getrennt

Kein Trainer mehr: Selim Öztürk.
Kein Trainer mehr: Selim Öztürk.

Selim Öztürk (36) ist nicht mehr Trainer des Oberligisten TuS Mechtersheim. Das hat Stellvertretender Vorsitzender Dieter Demmerle am Montagmittag der RHEINPFALZ auf Anfrage bestätigt. Öztürk sei beruflich zu sehr angespannt. Heiko Magin und Jannick Immel aus dem Trainertrio sind derzeit verantwortlich. Die Suche nach einem Coach, der dem Gremium vorsteht, läuft.

Demmerle widersprach Gerüchten, Öztürk sei entlassen worden, weil es mit der Mannschaft nicht klappte. Der 36-Jährige betreute die Mechtersheimer schon einmal 2017 für wenige Spiele erfolglos. Zur neuen Saison kehrte er auf Anregung von Berater Orhan Lokurlu zurück. Nun geht er nach einem Sieg wieder.

Demmerle: „Wir haben uns an einen Tisch gesetzt.“ Öztürk sei mit der Vermietung von Monteurszimmern stark beschäftigt. Zudem widme er in Mannheim gerade einen Gastronomie betrieb um. Es sei geplant, ihn in anderer Funktion weiter an den TuS zu binden. Damit denkt er nicht unbedingt an eine Position im Umfeld der Mannschaft, sondern auch ans Marketing.

Plötzliche Entwicklung

„Diese Entwicklung war im Winter noch nicht abzusehen“, erklärte der Stellvertretende Vorsitzende. Schon bei der 0:2-Niederlage bei der TSG Pfeddersheim saß Öztürk nicht mehr auf der Bank. Auf dem Spielberichtsbogen trugen die Verantwortlichen den Namen Magin als Trainer ein: „Das ist bei jedem Spiel so, weil er der einzige mit entsprechender Lizenz ist.“

Ungeachtet dessen wollen die Römerberger ihr Trainergremium weiter mit viel Manpower bestücken und die Arbeit auf mehrere Köpfe verteilten. Die Suche nach einem Coach, der wie Öztürk vorangeht, läuft: „Wir haben noch keine Gespräche geführt“, meinte Demmerle: „Ich bin mir aber sicher, dass es viele werden.“

Auch hier sprach er von verschiedenen Möglichkeiten: „Orhan Lorkulu ist ja auch Trainer-Berater.“ So sei es drin, dass sich vielleicht jemand an der Kirschenallee wieder für eine höhere Aufgabe empfehlen möchte und einen Schritt zurückgehe. Auch Magin trainierte beim SC Hauenstein und zuletzt bei Arminia Ludwigshafen mehrfach schon auf Oberliga-Niveau.

Nicht verheizen

Demmerle möchte aber auch nicht Co-Trainer Immel, von dem er sehr viel hält, an vorderster Front verheizen: „Das kommt vielleicht ein bisschen zu früh. Es wäre gut, wenn er noch bei jemand lernen kann.“ Da nimmt er den Ex-Spieler lieber für die Zeit in ein paar Jahren auf die Rechnung.

„Vielleicht hat ja einer gerade nichts oder sucht“. sagte Demmerle. Er schließt nichts aus: „Der Name Ralf Gimmy ist in Mechtersheim immer im Gespräch.“ Gimmy führte den TuS einst von der Bezirks- in die Oberliga und hielt ihn dort jahrelang, in insgesamt über 20-jähriger Treue. Zuletzt zeichnete er für Oberligist Ludwigshafen verantwortlich.

Der Macher nannte zudem Dennis Will und Benjamin Glump, die in der vergangenen Runde beim Oberligisten FC Speyer 09 wirkten. Ein Mann für die Spielanalyse mit Bundesligaerfahrung zogen die Mechtersheimer bereits mit dem Mannheimer Rechtsanwalt Can Yurtseven an Bord.

RHEINPFALZ-Kommentar

So richtig Kontinuität will beim Fußball-Oberligisten TuS Mechtersheim seit Winter nicht einkehren: erst die Trennung von Trainer Ralf Schmitt, dann die überraschende Rückkehr des in Teilen des Umfelds umstrittenen Selim Öztürk, verbunden mit einer Umstrukturierung der sportlichen Führung und einem kompletten Umbau der Mannschaft.

Dass Öztürk als viel beschäftigter Geschäftsmann wirkt, war den Verantwortlichen auch im Winter bewusst. Die moderne Struktur mit Berater sowie Trainerteam, Bezeichnungen wie Headcoach, Teammanager bleibt neu und gewöhnungsbedürftig.

Der jetzige Kader ist freilich hoch talentiert. Ihm gehört die Zukunft. Aber zum Mechtersheimer Konzept gehört auch, Spieler für höhere Aufgaben auszubilden. Das darf nun nicht durch Unruhe im Verein und offene Positionen in Gefahr geraten. Schon das Derby am Mittwoch gegen den furios gestarteten Nachbarn FV Dudenhofen wird’s zeigen.

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