Speyer Frühjahrsmesse: Schlägereien geben der Polizei zu denken
32 Einsätze in 17 Tagen stehen für die Frühjahrsmesse in der Polizei-Bilanz. Davon waren laut Kristof Brockmann 14 Körperverletzungen, sechs Betäubungsmitteldelikte, je zwei sexuelle Belästigungen, Waffenfunde und Ingewahrsamnahmen sowie je ein Taschendiebstahl und Widerstand gegen Beamte – hier mit einem verletzten Polizisten (Nasenbeinbruch). Das sei mehr als vor drei Jahren, könne aber teilweise erklärt werden, so der Polizist. Hauptansatz für ihn ist das deutlich höhere Besucheraufkommen: „Erstmals seit Langem war eine solche Veranstaltung unter annähernd normalen Bedingungen möglich, die Alternativen waren noch begrenzt, und Speyer zog als Vorreiter in der Region auch viele auswärtige Gäste an.“
Besucher auf der Frühjahrsmesse könnten sich sicher fühlen, betont Brockmann. Angesichts der vielen tausend – meist friedlichen – Besucher seien die Fallzahlen nicht dramatisch, müssten aber bei weiteren Volksfesten im Blick gehalten werden. Nach der Herbstmesse werde entschieden, ob die Ordnungshüter ihre Herangehensweise 2023 ändern. In einer ersten Einschätzung sei die Inspektion mit ihren Maßnahmen „sehr zufrieden“. Die Fußstreifen in Uniform seien gut angekommen, die präventiven Kontrollen besonders im Bereich Jugendschutz hätten gefruchtet. Am letzten Wochenende sei der Personalaufwand wegen der vielen Vorfälle in den Tagen zuvor erhöht worden.
Rivalisierende Gruppen
Donnerstag (11) und Samstag (6) waren laut Brockmann die Tage mit den meisten Einsätzen in der Statistik. In 22 Fällen seien Messe-Besucher unter 22 Jahren beteiligt gewesen. Teilweise gebe es Erklärungen für Schlägereien: So seien mehrfach rivalisierende Gruppen „mit Vorbeziehungen“ auf dem Festplatz aufeinandergetroffen. In 17 Fällen habe zudem Alkohol enthemmende Wirkung gehabt. Die zwei Sexualdelikte seien Grapschereien unter Jugendlichen, in einem Fall unter Klassenkameraden, gewesen. An unerlaubten Waffen seien ein Schlagring sowie ein Messer entdeckt worden.
„Wir werden nächstes Jahr schauen, wie wir das Thema mit den Rohheitsdelikten angehen“, sagt Brockmann auf Anfrage. Er erwartet keine generelle Konzeptänderung, denkt aber zum Beispiel über mehr Kräfte in den abendlichen Schwerpunkt-Zeiten nach. „Wir beobachten, wie sich das Freizeitverhalten entwickelt“, sagt er mit Verweis auf die Corona-Pause. Einen Vorteil bei Einsätzen auf dem Festplatz werde die Polizei jedenfalls auch künftig ausspielen können: „Unsere Wache ist nur 200 Meter Luftlinie entfernt.“