Speyer
Fatalismus in der Paul-Egell-Straße: „Wenn Baustelle ist, ist Baustelle“
Es ist 9.40 Uhr, als sich der Verkehr, von Dudenhofen kommend, schon an der ersten Ampel staut. Wo gewöhnlich eine Handvoll Autos bei Rotlicht an der Kreuzung mit der Freiherr-vom-Stein-Straße warten, stauen sie sich bis zum Ortseingangsschild zurück. Es ist wohl eine Kettenreaktion, die beim Bahnübergang in der Schützenstraße beginnt und sich über die folgenden Ampeln nach Westen fortsetzt, auch weil der Verkehr in Richtung Stadtzentrum nicht mehr über die Obere Langgasse rollen kann. Die ist seit dieser Woche für acht Monate gesperrt.
In der Theodor-Heuss-Straße ist dagegen wenig Verkehr um diese Zeit, auch an der Iggelheimer und Schifferstadter Straße ist das Verkehrsaufkommen gering. Das sind die Hauptzubringer aus Nord-Nordost in Richtung Stadtzentrum. Wer aus Otterstadt, kommt muss baustellenbedingt einen kleinen Umweg über die Tullastraße nehmen. Nicht jeder scheint das zu kapieren: Ein Fahrer eines Kleinwagens mit LU-Kennzeichen versucht, trotz der Sperrung direkt zur Wormser Landstraße zu kommen. Er bricht das Unterfangen wenige Meter weiter ab, dreht und fährt wie vorgegeben in die Tullastraße bis zum Kreisel Auestraße. Auch dort ist an diesem Morgen alles ruhig und unauffällig. Im Berufsverkehr ist das wohl anders, weil die Ampel zur Wormser Landstraße als Bremsklotz „dient“.
Durchgangsverkehr ruht
Entspannt ist auf der Franz-Kirrmeier-Straße das Radeln, denn die Baustelle im Bereich des Hafens verhindert jeglichen Durchgangsverkehr. Weil am Technik-Museum die Bordsteine instandgesetzt werden, ist dort auch kein Durchkommen.
Wer von Osten nach Speyer will, der kann seit Mittwoch wieder über die Salierbrücke fahren. Allerdings landet er dann schnell im Bereich der Kanalarbeiten auf der B39. Selbst am Donnerstag um 10.30 Uhr zeigt sich, dass die B39-Baustelle zu Staus in der Paul-Egell-Straße führt. Bis zum Pamina-Wohnheim staut sich der Verkehr zurück. Viele Lastwagen sind darunter.
Der Fahrer eines Lasters mit SÜW-Kennzeichen hat wenig Verständnis für die Planung des Landesbetriebs Mobilität: „Jetzt ist die Salierbrücke endlich offen, dann sperren sie das Stück dahinter, damit man nach Speyer rein muss. Unglaublich“, so seine Meinung. Ein Brummi-Lenker aus Köln, der nach fünf Minuten die Kreuzung mit dem Closweg erreicht hat, nimmt es entspannt: „Auf der Autobahn sind die Staus länger. Wenn Baustelle ist, dann ist Baustelle. Wenn die Straße kaputt ist, muss eben gebaut werden. Was soll man da sagen?“, erklärt er in rheinischem Dialekt. Rund zehn Minuten wird er am Ende verlieren, bis er wieder auf der Bundesstraße ist.
Die Ampel bleibt an
Die Schranken in der Schützenstraße schließen. Sofort beginnt der Rückstau bis zur Kreuzung Obere Langgasse. Wo die Obere Langgasse in die Bahnhofstraße mündet, gibt es trotz Sperrung Grünlicht, da die Ampel an der T-Kreuzung nach wie vor funktioniert und den Verkehr aus Nord und Süd bremst. Muss das sein? Die Stadt Speyer sagt auf Anfrage: „Für den Autoverkehr hätte ein Abschalten zwar Vorteile. Das geht aber nicht, weil Fußgänger und Radfahrer hier die Straße queren, was ohne Ampelanlage zu gefährlich wäre.“ Das Aufstellen einer Bedarfsampel sei teuer und sei deshalb auch nicht gefordert worden.
Es gibt aber noch Positives: Laut Stadt werden die Baustellen in ihrer Verantwortung demnächst beendet. In der Franz-Kirrmeier-Straße wie auch am Kreisel Am Hirschgraben/Petschengasse soll Ende nächster Woche wieder freie Fahrt sein, am Technik-Museum noch früher.