Speyer Fangemeinde im Remigiushaus

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Der Förderverein „Kindernotarztwagen“ ist seit Sonntagabend um 8000 Euro reicher. Dafür haben zahlreiche Besucher des Otterstadter Remigiushauses gesorgt. Zwei Stunden lang haben die Mainzer Hofsänger sie mit Liedern über Wein, Liebe, Fernweh, Religion und sich selbst begeistert.

Mainzer Hofsänger in Jeans und karierten Hemden: Dieser seltene Anblick bot sich Fans und Liebhabern des Chorgesangs eine halbe Stunde vor Konzertbeginn. Stau zwischen Mainz und Otterstadt habe die verspätete Ankunft verursacht, berichtete Tenor Stefan Zier. Minuten später standen 15 stimmgewaltige Tenöre und Bässe in obligatorischem Schwarz und Rot auf der Bühne, Michael Christ, musikalischer Hofsänger-Leiter, spielte den Flügel. Der Abstand zwischen Klavierhocker und Bühnentreppe wurde mit jedem gerückten Zentimeter größer und der Einsatz des Pianisten damit ungefährlicher. Die Fans kamen von überall her: aus Speyer, Neuhofen oder Trier waren sie nach Otterstadt gereist, um die Hofsänger wiederzusehen. Auf einer Kreuzfahrt in der Karibik im April hätten sie die Hofsänger näher kennengelernt, erzählten zwei Speyererinnen voller Begeisterung von ihren Schiff-Erlebnissen. „Da sind Freundschaften entstanden“, betonten die Speyererinnen, die die Hofsänger beim Konzert als Heidi und Erna begrüßten. Die Mainzer hatten zum Konzertbeginn Weinlieder im Gepäck, die jeder mitsingen konnte. Titel aus weltberühmten Musicals, von namhaften Komponisten und Sängern wie Rudolf Kunze, Udo Jürgens oder Singer-Songwriter Leonard Cohen folgten, mit traditionellen Spirituals beendeten die Hofsänger ihr eindrucksvolles Solo- und Chor-Programm. Vor der von den Zuhörern geforderten Zugabe gab es jedoch zunächst die Spendenübergabe an Kindernotarzt Dr. Ingo Böhn. Überwältigt von der hohen Summe, die er für den Förderverein entgegennahm, konnte er spontan nicht sagen, wofür die Otterstadter Spende genau eingesetzt werden solle. „Sie können davon ausgehen, dass es dahin geht, wo es gebraucht wird“, versicherte Böhn den Spendern. „Dass ich so etwas in Otterstadt erlebe, ist schon etwas ganz Besonderes“, wies er auf seine Waldseer Wurzeln hin. Seit 2002 ist Böhn überwiegend ehrenamtlich mit dem ausschließlich aus Spenden finanzierten Kindernotarztwagen in Speyer und 30 Kilometer drumherum unterwegs und hat mittlerweile mehr als 4000 Einsätze mit dem Fahrzeug absolviert, für das jährlich rund 20.000 Euro für Unterhalt und Erhalt aufgebracht werden müssen. Auch der Otterstadter Altbürgermeister Günther Pfadt freute sich über den Erfolg dieses von ihm initiierten „Kulturtupfers“ für den guten Zweck. „Das ist eine ganz tolle Zusammenarbeit mit den Hofsängern und der Lotto-Stiftung“, sagte er. Die Stiftung unterstützt den Auftritt der Hofsänger, der gesamte Erlös des Konzerts geht somit als Spende an den Förderverein Kindernotarztwagen. (kya) Internet www.kindernotarzt.org

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