Speyer Familientradition wird fortgeführt

Sind für die Feuerwehr in Otterstadt verantwortlich: Wehrführer Christian Tremmel (rechts) und sein Stellvertreter Philipp Hille
Sind für die Feuerwehr in Otterstadt verantwortlich: Wehrführer Christian Tremmel (rechts) und sein Stellvertreter Philipp Hillenbrand.

Christian Tremmel wurde im Mai zum neuen Wehrführer in Otterstadt und Philipp Hillenbrand zu seinem Stellvertreter gewählt. Die neue Führung der örtlichen Feuerwehr hat sich zum Ziel gesetzt, die „gute Zusammenarbeit“ der einzelnen Wehren in der Verbandsgemeinde Rheinauen noch zu optimieren.

Als Beispiel nennen Tremmel und Hillenbrand, dass zu Einsatzorten „nicht zehn Fahrzeuge hinfahren, wenn fünf reichen“. Außerdem seien, nachdem die neue Verbandsgemeinde vor drei Jahren gegründet wurde, noch Detailfragen, wie welches Fahrzeug zu welchem Ort fährt, offen, sagt Tremmel. Er und sein Kollege betonen jedoch, dass die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Wehren „super funktioniere“. Ein weiteres Projekt, das die beiden als Führung der Otterstadter Feuerwehr angehen, sind die Vorbereitungen zur 150-Jahr-Feier der Wehr im kommenden Jahr. Dafür sollen laut Tremmel die Türen des Feuerwehrhauses an zwei Tagen, voraussichtlich am 5. und 6. Mai, geöffnet werden. Bei dieser Veranstaltung können Tremmel und Hillenbrand von ihren Erfahrungen als Feuerwehrmänner erzählen. Der 28-jährige Tremmel ist seit zwölf Jahren bei der Feuerwehr, Hillenbrand, der 34 Jahre alt ist, kam vor 15 Jahren dazu. Schon ihre Väter und Großväter waren in diesem Bereich ehrenamtlich tätig – Tremmels Vater und Opa auch als Wehrführer, Hillenbrands Vater als Stellvertreter. Somit führt die junge Generation die Tradition der Familien fort. Nachdem Thomas Straßer sein Wehrführeramt aus persönlichen Gründen aufgegeben hatte, sei für ihn schnell klar gewesen, dass es für die Feuerwehr weitergehen müsse, erklärt der studierte Holztechniker Tremmel seine Entscheidung für die Kandidatur. Einen Gegenkandidaten hatten er und Hillenbrand bei der Wahl nicht. An ihrer Tätigkeit bei der Feuerwehr schätzen beide die Kameradschaft – „das Zusammensein nach der Übung“, sagt Hillenbrand. Wenn jemand Unterstützung brauche, helfe man sich auch privat, so Tremmel. Sein Stellvertreter konkretisiert, dass es praktisch sei, Menschen mit verschiedenen Berufen in der Gruppe zu haben. „Für mich ist es ein Hobby, keine Verpflichtung, ich mache das gerne“, sagt Tremmel, der verheiratet ist und einen zehn Monate alten Sohn hat. 36 Männer sind bei der Wehr in Otterstadt. „Wir hatten auch mal Frauen“, sagt Hillenbrand auf Nachfrage und sein Kollege ergänzt: „Die haben aber in andere Wehren eingeheiratet.“ Die Otterstadter Wehr sei tagsüber die personalstärkste in der Verbandsgemeinde, sagt der stellvertretende Wehrführer. Ruckzuck würden neun Leute bei einem Alarm bereitstehen, weil vier beim Bauhof und die anderen in der Landwirtschaft tätig sind. Tremmel, der mit seinem Vater in der eigenen Schreinerei in Otterstadt arbeitet, kann ebenfalls schnell am Einsatzort sein. Hillenbrand, der als Gärtner im Versuchswesen bei der BASF in Limburgerhof beschäftigt ist, hat es ebenfalls nicht weit bis zu einem Einsatzort in der Verbandsgemeinde Rheinauen. Derzeit rücke die Otterstadter Wehr zweimal in der Woche wegen eines Alarms aus. Dabei würden die technischen Hilfeleistungen wie bei Verkehrsunfällen überwiegen, Brandeinsätze gebe es aber auch nicht wenige. Hinzu kämen Einsätze zu diversen Brandmeldeanlagen in Hotels und Altenheimen, die sich jedoch meistens als Fehlalarme herausstellen, sagt Hillenbrand. In den meisten Fällen begegneten die Leute den Feuerwehrleuten positiv. Allerdings merke er schon, dass es problematischer geworden sei, weil die Leute gestresster wirken, erzählt Hillenbrand. „Uns wurde aber nach einem Einsatz auch schon Kaffee angeboten. Das sind dann die positiven Erlebnisse, wenn sich die Leute irgendwie bedanken wollen“, sagt der 34-Jährige, der neben seiner Arbeit als Feuerwehrmann auch für die CDU im Ortsgemeinderat sitzt und zu Weihnachten die Krippe in der katholischen Kirche schmückt. Über ihre Einsätze tauschen sich die Kameraden der Feuerwehr laut ihrer Führung aus. Bisher sei für ihn aber noch kein Einsatz dabeigewesen, der haften geblieben sei, sagt Hillenbrand und ergänzt, dass Einsätze mit Toten natürlich immer unangenehm seien. „Im jungen Alter steckt man das aber vielleicht noch besser weg“, sagt der 34-Jährige. Nach Nachwuchs sucht die Otterstadter Wehr wie andere Wehren auch. Die Wehr habe zwar keine Personalsorgen, allerdings sei ein gutes Drittel der Feuerwehrleute über 40 Jahre alt. Die Verbandsgemeinde versuche derzeit eine Jugend aufzustellen. Diese trifft sich laut Tremmel nach den Ferien immer mittwochs, 18 Uhr, im Feuerwehrhaus in Otterstadt. Die Wehr in Otterstadt trifft sich immer montags, 19.30 Uhr, im Feuerwehrhaus. „Zu diesem Treffen kann jeder vorbeikommen“, sagt der Wehrführer.

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