Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Förster sieht Zukunft des Waldes nicht in Holzvermarktung

Abgestorben: eine Kiefer nahe des Abenteuerspielplatzes in Dudenhofen.
Abgestorben: eine Kiefer nahe des Abenteuerspielplatzes in Dudenhofen. Foto: Christian Berger

Die Zukunft der Waldbewirtschaftung sieht Jürgen Render in der Bestandserhaltung: „Es geht nicht mehr darum, Holz zu ernten und zu vermarkten.“ Der Förster referierte in der Sitzung des Umweltausschusses über den Zustand des Dudenhofener Gemeindewaldes.

Wer beim Waldspaziergang den Blick nach oben wende, sehe Erschreckendes, sagte Render. Dennoch warnt der Förster vor Panik und Aktionismus. Schon weil derzeit niemand wisse, wie die Reise verlaufe und wo sie ende. Allein zwischen Kita, Abenteuerspielplatz – Render: „Ich war nahe daran, ihn wegen der Gefahr von Astbrüchen, umstürzenden Bäumen zu schließen“ – und dem Standort des Waldweihnachtsmarktes musste er 100 Schadbäume fällen. Nächstes größeres Schad-Fällgebiet sei hinter der Straßenkurve in Höhe der Ganerb.

Hohe Kosten für Waldbesitzer

In der Gewanne „Zwölfmannsgarten“ zählte er innerhalb einer halben Stunde 100 Totbäume. Für ihn nur ein kleiner Trost: „Im Vergleich zu anderen Gemeinden mit Wald (er nannte Lustadt und Westheim) ist Dudenhofen noch eine Insel der Glückseligen.“ Unter den Trockenjahren und deren Folgen wie Pilz- und Käferbefall litten sämtliche Baumarten – vor allem die Kiefer. Schon weil sie auf 75 Prozent der Waldfläche stehe. Hauptproblem für den Forst und Privatwaldbesitzer sei die Verkehrssicherungspflicht an den Wegerändern und Straßen. Render: „Auf die Waldbesitzer werden riesige Kosten zukommen.“ Ohne dass sie mit Einnahmen aus dem Holzverkauf rechnen könnten.

Was tun, wenn kein Patentrezept in der Schublade liegt? Render setzt auf Waldpflege, Bestandsverjüngung, Mischwald und entstehende Freiflächen für Ersatz-Pflanzungen prüfen. Welche Baumarten Hitze überstehen könnten, müsse erst erforscht und mit kleineren Stückzahlen (in Dudenhofen eventuell im „Hochzeitswald“ oder im Bereich „Baum-des-Jahres-Pflanzung“) erprobt werden.

Zwischen 1881 und 2018 sei die Jahresdurchschnittstemperatur von 7,1 auf 10,8 Grad gestiegen. Vom Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, seien Deutschland und die Weltgemeinschaft (noch) weit entfernt. Prognosen gingen von einer Zunahme um sechs Grad bis 2100 aus.

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