Speyer Eingekreist:

Der Blick aus dem Fenster in diesen Tagen lässt den Verdacht aufkommen, dass man vergessen hat, den Kalender umzublättern. „August“ steht da. Doch sollte dieser Monat nicht anderes bereithalten, als das, was da draußen vor sich geht? Und dann erzählt auch noch Markus Zürker aus Dudenhofen, dass er einen Hof voller Kürbisse hat. Der Kürbis-Verkauf im Speyerer Umland hat also begonnen. Dann muss es doch Herbst sein. Aber auch ein Blick auf die obere rechte Ecke dieser Zeitungsseite bestätigt: August. Vielleicht sollte das mal jemand Petrus sagen? Seit einigen Wochen gibt es die neue Verbandsgemeinde Waldsee. Noch ein wenig fremd dürften sich die Menschen in Waldsee und Otterstadt auf der einen und Neuhofen und Altrip auf der anderen Seite sein. Schließlich hatten sie bisher nicht übermäßig viel miteinander zu tun. Dass sich die Blickwinkel auch stark unterscheiden, zeigt eine kleine Geschichte, die der neue Verbandsbeigeordnete Wolfgang Kühn vor Kurzem erzählt hat. Kühn wohnt seit 2012 in Waldsee, davor hat er mit seiner Frau 16 Jahre in Altrip gelebt. Als er noch Altriper war, telefonierte er mal mit einem Freund aus Waldsee, der ankündigte, am Wochenende in die Stadt fahren zu wollen. „Gute Idee“, sagte Kühn, er habe da auch einiges zu erledigen, er komme mit. Kühn bot auch an, dass er den Freund in seinem Wagen mitnehme. Gesagt, getan. Der Altriper holte den Waldseer ab und fuhr auf die B 9 auf. In Richtung Norden. Was den Waldseer verwirrte. „Wo fährst du denn hin?“, wollte er von seinem Freund entgeistert wissen. „Ja in die Stadt, da wollten wir doch hin“, erwiderte Kühn, jetzt selbst etwas verwirrt. Nach kurzer Zeit merkten die beiden, dass sie unter „Stadt“ was Unterschiedliches verstanden. Der Waldseer meinte Speyer, der Altriper Ludwigshafen. Wenn die Bürger aus den Fusionsgemeinden also gemeinsame Kennenlern-Ausflüge unternehmen, sollten sie ganz konkret über das Ziel sprechen.