Speyer
Eine Rikscha-Tour regt alle Sinne an
Die Speyererin Monika Kreckel unterstützt den Verein „Radeln ohne Alter“ bei seiner Bodensee-Bonn-Tour in diesem Jahr. Die 56-Jährige organisiert einen Aktionstag in Speyer. RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Thea Konrad hat sie gefragt, woher das Projekt stammt, warum sie dabei ist und was das Tolle am Rikscha-Fahren ist.
Frau Kreckel, in welcher Position einer Rikschaausfahrt durch Speyer würden Sie sich sehen? Als Fahrer oder Beifahrer?
Es ist beides schön. Als Passagier ist es herrlich, sich fahren zu lassen, den Menschen zuzuwinken und den Fahrtwind zu genießen, auch wenn es erst etwas ungewohnt ist, da die Rikschas nach vorne offen sind. Auch als Fahrer ist es ein schönes Gefühl, anderen mit der Ausfahrt eine Freude zu bereiten.
Fünf Rikschas werden durch Ehrenamtliche vom Bodensee bis nach Bonn gefahren. In Speyer ist ein Halt für Ausfahrten. Wie genau sieht der Aktionstag in Speyer aus?
Am Dienstag, 10. September, kommen die Fahrer in Speyer an. Auf dem Weg werden schon einige Senioren aus Mechtersheim, Hanhofen, Dudenhofen und Speyer für eine erste Ausfahrt bis nach Speyer mitgenommen. Die Senioren stehen bereits fest und werden abends wieder mit dem Auto zurückgebracht. Tags darauf finden verschiedene Ausfahrten mit insgesamt sechs Rikschas statt. Wir, die evangelische Kirchengemeinde in Dudenhofen, stellen die sechste Rikscha mit Fahrern. Mittags gibt es noch eine Infoveranstaltung für Interessierte oder Einrichtungen, die der Initiative beitreten möchten. Bei der Alten Münze in Speyer steht ein Infostand. Donnerstags reisen die Fahrer weiter in Richtung Worms.
Der Verein „Radeln ohne Alter sitzt in Bonn. Wie kamen Sie dazu?
Ich lernte Mitglieder des Vereins Anfang des Jahres in Berlin kennen. Schon zu dem Zeitpunkt wollte unsere Gemeinde eine Rikscha anschaffen und der Verein konnte uns wertvolle Tipps geben. So entwickelte sich der Kontakt. Als der Verein meine Unterstützung für diese Tour anfragte, habe ich gerne meine Hilfe angeboten und den Aktionstag in Speyer organisiert.
Was ist das Ziel der Initiative „Radeln ohne Alter“ und ihre Motivation, dabei mitzuwirken?
Wir möchten mit den Rikschas die Teilhabe alter oder aufgrund von Krankheit bewegungseingeschränkter Menschen in der Gesellschaft fördern und stärken, sowie ein kleines Abenteuer im oftmals nicht mehr so abwechslungsreichen Alltag im Alter ermöglichen. Eine Tour mit der Rikscha regt alle Sinne an, schenkt Lebensfreude und ermöglicht soziale Kontakte. Im Idealfall finden die Idee und die Initiative in Speyer und auch entlang der restlichen Route der diesjährigen Tour begeisterte Anhänger.
Wie reagieren die Senioren auf die Rikschas?
Es ist etwas ganz Ungewohntes, auf einer Rikscha mitgenommen zu werden. Das kostet einige Senioren zunächst Überwindung, da sie selbst nicht mehr so mobil sind. Aber schnell genießen sie die Fahrt und freuen sich durch die Hauptstraße gefahren zu werden und den Wind in den Haaren zu spüren.
Bei welchen Einrichtungen werden am Aktionstag Ausflüge mit den Rikschas unternommen?
Geplant sind Fahrten mit Senioren aus dem Diakoniezentrum Haus am Germansberg, Bewohner der Pamina-Häuser sind dabei und vom Diakonissen-Seniorenstift Bürgerhospital am Mausbergweg. Die Einrichtungen wählen die Senioren aus. Mittwochmittag werden innerhalb der Infoveranstaltung am Seniorenstift am Mausbergweg von 13.15 bis 14.30 kurze Probefahrten angeboten, wenn es Kapazitäten gibt.
Zur Sache
Die Initiative „Radeln ohne Alter“ entstand 2012 in Dänemark durch Ole Kassow. Seither hat sich die Initiative in 40 Ländern ausgebreitet. Der Verein „Radeln ohne Alter Bonn“ wurde von neun Bonnern gegründet. Inzwischen hat er über 150 Mitglieder. Ziel ist es, die Initiative in Deutschland bekannter zu machen. Zwischen dem 24. August und dem 21. September fahren 40 ehrenamtliche Piloten mit fünf Rikschas die rund 840 Kilometer vom Bodensee bis nach Bonn entlang des Rheins. In einigen Städten, wie in Speyer, finden Aktionstage statt, um die Initiative bekannter zu machen und dafür zu werben.