Speyer „Ein Wetteifern der Vereine“

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Vor 93 Jahren ist das Dudenhofener Spargelfest zum ersten Mal gefeiert worden. Als eigene Veranstaltung gehört es wohl der Vergangenheit an. Ab 2019 wird es voraussichtlich in Verbindung mit der „Kulinarischen Spargelwanderung SpargelSpitze“ weitergeführt (wir berichteten). Ein Blick auf die Anfänge.

Als das Fest 1925 erstmals stattfand, war es offensichtlich ein Knüller: „Ein Volksfest, wie es schön nicht erdacht werden kann“, jubelte die „Speierer Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom 1. Juli in einer heute eigentümlich scheinenden Berichterstattungsform. Vor allem der Festzug, „der sich ab 11 Uhr vormittags durch das Dorf bewegte, zeigte sich in einer Aufmachung, die niemand für möglich gehalten hätte. Die Straßen hatten mit ganz wenigen Ausnahmen schönen Flaggenschmuck angelegt“. An dem offenbar langen Festzug, der sich nach einer Standmusik der Speyerer Stadtkapelle „mit ganz wenig Verspätung um 11 Uhr ab der St.-Klara-Gasse in Bewegung setzte“, nahmen teil: „Einheitlich gekleidete Reiter, eine kleine Radfahrerabteilung des RV 08, Musikkapellen, weiß gekleidete Mädchen mit in Bögen gebündelter Spargeln, der Festausschuss, das Feuerwehrkommando zu Wagen, Fußgruppen und Festwagen von Vereinen und den Spargelhändlern, der Mandolinen-Klub und die Kleppergarde.“ Die Zeitung geriet nachgerade ins Schwärmen: „Was hier geboten wurde, war einfach mustergültig“, es sei „ein Wetteifern der Vereine zu erkennen gewesen.“ Und weiter: „Ein vom Geflügelzuchtverein nachgestellter indischer Geflügelhof mit wunderschönen Kostümen und Tieren in Käfigen erregte die Bewunderung der großen Zuschauermenge.“ Durch die Straßen rollten auch Wagen des katholischen Arbeitervereins („darauf dargestellt wurden Spargeln in der Verarbeitung“), des Arbeiterradfahrervereins Solidarität („mit einem Riesenspargel“), des Kriegsbeschädigtenbundes, des Turnvereins und des Rentamts. Der Gedanke an ein Spargelfest in Dudenhofen war im örtlichen Radfahrerverein entstanden. Im Innenraum der am 8. Mai 1921 eingeweihten Rennbahn gab es zum Abschluss des ersten Festtage „ein Hippodromreiten unter Beteiligung der holden Weiblichkeit“. Am zweiten Tag, einem Montag, ging es abends in der Radrennbahn weiter „mit Wurstschnappen, Sacklaufen für die Jungen und Schubkarrenrennen für die Alten“. Und sogar drei Pferderennen bot das erste Spargelfest in Dudenhofen.

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