Speyer Ein Herz für Tiere

91-84449461.jpg

Mario Aarts ist nach seiner bestandenen Sachkundeprüfung offiziell seit dem 1. Mai neuer Leiter des Tierheims Speyer und Umgebung. Kommissarisch leitete er die Einrichtung zuvor schon seit dem Ausscheiden der früheren Tierheimleiterin Nadja Lienow im Juli 2015. Für ihn ist es kein Beruf wie jeder andere.

Aarts ist 1972 in Staßfurt bei Magdeburg geboren. Während seiner Lehre zum Maurer kam es zur Wende in der ehemaligen DDR. Nach abgeschlossener Berufsausbildung ging er für drei Jahre zur Bundeswehr in Brandenburg. „1998 bin ich nach Speyer umgezogen, weil ein ehemaliger Kollege von mir dort lebte. Er arbeitete bei den Pfalz-Flugzeugwerken, und ich habe über eine Leihfirma dort in der Poststelle gearbeitet. Dann wechselte ich zu einem Partyzelt-Verleih und habe dort auch große Zelte für Lagerhallen und Events aufgebaut. Diese Arbeiten habe ich nur zum Broterwerb ausgeführt. Mit dem Herzen war ich nicht dabei“, erinnert er sich. Dies habe sich erst geändert, als er als Ehrenamtlicher 2006 ins Speyerer Tierheim kam. „Die Arbeit mit den Tieren hat mir Freude bereitet“, sagt Aarts. Die damalige Tierheim-Leiterin Cornelia Jelinek habe dies schnell erkannt und ihn gebeten, weiter in der Einrichtung zu arbeiten. Für ein Dreivierteljahr nahm er einen Ein-Euro-Job an, 2010 wurde er als Tierpfleger übernommen. „In dieser Funktion habe ich unter drei Leiterinnen gedient“, sagt Aarts schmunzelnd. Stellvertretender Chef sei er bei Lienow in der Zeit von 2013 bis 2015 gewesen. „Ich habe jetzt wirklich meinen Wunschberuf, denn ich wollte schon immer mit Tieren arbeiten, insbesondere mit Hunden“, erzählt Aarts. Er freue sich, wenn es gelinge, die Tiere in ein schönes, neues Zuhause zu vermitteln. Dies gelte insbesondere für Tiere, die es zuvor nicht gut hatten. Traurig sei, wenn ein Tier von seinem Leiden erlöst werden müsse, so Aarts: „Das nimmt einen immer wieder mit.“ Gebissen worden sei er noch nie von einem Hund. Nur von Katzen, die zusätzlich auch noch gekratzt hätten. Zwei Wochen habe er ein Praktikum bei einem Tierarzt absolviert, außerdem an einem Erste-Hilfe-Kurs für Hunde teilgenommen. Ein harter Brocken sei die Sachkundeprüfung gewesen, da sie für alle Tiere, die im Tierheim leben, gegolten habe und die ganze Vorbereitung neben der Arbeit habe bewältigt werden müssen. Im Umgang mit Tierheim-Hunden, die Probleme bereiten, weil sie oft von ihren früheren Haltern nicht richtig erzogen oder misshandelt wurden, wird Aarts von Hundetrainer Raphael Klatt unterstützt. Für die Hunde des Tierheims werde dieser Service sogar kostenlos angeboten. Als Leiter eines kleinen Tierheims sei er „Mädchen für alles“, so Aarts nach einem Telefonat während des RHEINPFALZ-Gesprächs. Eine Frau habe den Fund eines Hirschkäfers vermeldet. „Nein, den können Sie nicht ins Tierheim bringen. Entlassen Sie ihn doch einfach in die Freiheit“, antwortet er.

x