Speyer
Dudenhofen: Grundschule würde gerne mehr Lego-Unterricht anbieten
Baupläne lesen, technische Verbindungen herstellen, logisches Verständnis wecken und dabei gleichzeitig Sozialkompetenzen stärken – das alles steckt in der Lego Education der Grundschule Dudenhofen. Im Mai 2017 wurde das Klassenzimmer der Zukunft eingeweiht. Heute wird es von rund 200 Kindern genutzt. Die Finanzierung ist jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung.
18 Lego-Gruppen gibt es mittlerweile an der Clemens-Beck-Grundschule. „Die Kinder in der Ganztagsschule durchlaufen das automatisch. Die Hort- oder Halbtagskinder können es als AG anmelden“, sagt Rektorin Andrea Fischer im Gespräch mit der RHEINPFALZ. In der Auseinandersetzung mit Lego geht es nicht nur um die Programmtechnik, sondern in ebenso großem Maße um die Sprache.
Die Kinder müssen Anleitungen lesen, miteinander kommunizieren, Theorien entwickeln und diese praktisch in Gemeinschaftsarbeit umsetzen. „Selbst leseschwache Kinder wachsen dabei über sich hinaus“, hat Konrektorin Heike Jochim festgestellt. „Wir haben durch dieses Angebot ganz viel Potenzial, die Feinmotorik zu schulen.“ Kindern eine haptische Anregung zu geben ist für die Leiterinnen der Grundschule wichtig. „Wir müssen lediglich die Waage halten zwischen natürlicher Bewegung und medialer Förderung“, macht Fischer deutlich. Bei der Ausbildung mit technischer Komponente würden auch Struktur, Regeln und Wertschätzung vermittelt.
Zusammenarbeit mit Kita
Einer, der die Lego Education gemeinsam mit Jochim deutlich vorangetrieben hat, ist Lehrer Andreas Blättner. „Wir schaffen es, dass die Kinder ihre Kreativität zielgerichtet einsetzen und gehören damit zu den Besten in der Region“, sagt er. Tatsächlich seien weiterführende Schulen bereits an die Dudenhofener Grundschule herangetreten, um den Kooperationsgedanken zu leben, wie Fischer erzählt. Und sie fügt an: „Wir sind gerade in der Findungsphase, wie wir das hinkriegen können.“Mit der angrenzenden Kita klappt die Zusammenarbeit bereits gut. Regelmäßig kommen die Kinder zu den Lego-Treffen, haben sogar eigenes Material, das sich Beebops nennt. Kleine Bienchen auf vier Rollen werden dabei in Bewegung gesetzt und per Klick über vorgegebene Straßen gelenkt.
Der Wunsch der Akteure ist, die Lego-Education weiter auszubauen. Allerdings ist die Finanzierung jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung, wie Jochim deutlich macht. „Die Stunden für dieses Jahr haben wir gedeckelt. Wie es im kommenden Jahr aussieht, wissen wir aktuell noch nicht“, führt sie aus. 700 bis 800 Euro pro Jahr und Kurs mit einer Stunde pro Woche kostet das Angebot. Die Schule sei auf Spenden angewiesen, um es weiterführen zu können. Blättner, Jochim und ihr Mann als externe Kraft engagieren sich bereits jetzt über den üblichen Unterrichtsrahmen hinaus für das Angebot.
„Wir haben eine hohe Akzeptanz bei den Eltern“, freut sich Fischer über den Anklang, den der Unterricht mit Lego findet. „Der Bedarf wäre höher, aber wir schaffen es nicht, mehr zu leisten“, macht Blättner deutlich, das spitz auf Knopf gearbeitet wird. Anfang des Jahres soll ein neues Modul das Klassenzimmer der Zukunft ergänzen – eine visuelle Programmiersprache für Kinder und Jugendliche.