Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Dudenhofen: Grundschüler und Weinprinzessin bei der Weinlese

Hatten Spaß bei der Weinlese: Prinzessin Anna-Lea I. und die Dudenhofener Grundschüler.
Hatten Spaß bei der Weinlese: Prinzessin Anna-Lea I. und die Dudenhofener Grundschüler. Foto: Lenz

Unter dem trüben Himmel, inmitten grüner Reben, sind am Donnerstagmorgen im Dudenhofener Gemeindewingert am Ende der Gommersheimer Straße bunte Jackenfarben zu sehen. Auch eine Krone blitzt zwischen den Blättern auf. Sie gehört Weinprinzessin Anna-Lea I., der Hoheit inmitten einer aufgeweckten Kinderschar, die in diesem Jahr bei der Weinlese hilft.

Der Herbst ist da. Das spüren die Erstklässler der Clemens-Beck-Grundschule ganz deutlich an diesem Morgen. Immer wieder nieselt es, und die Blätter an den Reben und Bäumen in der Umgebung haben schon begonnen, sich leicht zu verfärben. Das triste Wetter kümmert keinen. Der Nachwuchs hat Spaß beim Herbsten mit den Mitgliedern der Kilianer AG.

Die Idee zu der gemeinsamen Aktion hatte Stefanie Kratz, die in der Ganztagsschule tätig ist. „Handlungsorientierter Unterricht ist immer eine tolle Sache“, freut sich Schulleiterin Andrea Fischer über den Ausflug ins Grüne, der optimal zum derzeitigen Unterrichtsthema Herbst passt. Der Kontakt zur Weinprinzessin aus Maikammer ist schnell geknüpft gewesen, denn die ist Fischers Tochter.

„Sie hat schon mit vier Jahren bei einem Spaziergang in Neustadt auf das Hambacher Schloss gezeigt und gesagt: Das ist mein Schloss“, erinnert sich die Mutter und lacht. Anna-Lea I. bestätigt ihre frühe Ambition, einmal als Missionarin des Pfälzer Rebensaftes unterwegs zu sein. „Ich habe immer Autogramme von den Weinprinzessinnen gesammelt. Die habe ich heute noch“, verrät die Hoheit.

Mit Kindern ist sie gern unterwegs, auch wenn der Lehrberuf nichts für sie sei, wie Anna-Lea I. zugibt. Die Begeisterung fürs Herbsten, die sie bei den Dudenhofener Grundschülern erlebt, stimmt sie nichtsdestotrotz froh.

Nostalgische Gefühle beim Bürgermeister

Nostalgische Gefühle hat auch Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD). „Da werden Kindheitserinnerungen wach“, verrät er der RHEINPFALZ und deutet mit dem Kopf gen Rebenzeile. Als Viertklässler hat er im südpfälzischen Hochstadt bei Landau geherbstet. „Wenn ich sehe, mit wie viel Freude die Kinder bei der Sache sind, ist das toll“, hebt er hervor.

Toll findet auch Levi (6) das Wingert-Erlebnis. „Es macht Spaß, die Trauben abzurupfen und in den Eimer zu werfen“, sagt er. Dass dabei Durchhaltevermögen gefragt ist, hat Asmin (6) bereits festgestellt. Den zweiten Eimer voller Trauben hat sie gerade entleert, jetzt soll Nummer drei folgen. „Die Finger tun schon ein bisschen weh“, gibt die Erstklässlerin zu. Spaß hat sie beim Herbsten trotzdem, vor allem, weil sie das noch nie zuvor gemacht hat.

Kostproben gehören selbstverständlich zum Arbeitseinsatz dazu. „Ein bisschen sauer, aber gut“, urteilt Mica (6) über die Trauben. Rote „Bärtlein“ zeichnen sich um die Münder aller Kinder ab. „Im vergangenen Jahr haben wir über 400 Liter Traubensaft hergestellt“, informiert Stefanie Kratz. Diesmal rechnet sie mit gerade mal etwas über der Hälfte.

Zu erwerben gibt es das Kilianer-Erzeugnis – ob als Saft oder Wein – nicht. In den Genuss kommen Empfänger nur zu besonderen Anlässen, wie Hook betont. Die besondere Wertschätzung des guten Dudenhofener Tropfens ist damit sichergestellt.

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