Speyer Dom: Absturzstelle von Eisenkeil gefunden
Der historische Keil war am Ende der Frühmesse auf dem Boden des Domes eingeschlagen. Verletzt wurde niemand. Weil Untersuchungen per Fernglas keine näheren Erkenntnis erbracht haben, wurden nach Mitteilung des Domkapitels nun die fraglichen Wand- und Gewölbeflächen mit einem Hubsteiger untersucht. „Dabei wurde festgestellt, dass der Keil nicht, wie zunächst vermutet, aus dem romanischen Gurtbogen stammt, sondern aus einer Fensterlaibung im Mittelschiff in etwa 25 Metern Höhe“, so die Mitteilung. Die Schadensstelle sei gesichert, die Sperrung unten im Altarbereich aufgehoben worden.
Als ein ausreichend großer Hubsteiger zur Verfügung stand, untersuchte laut Bistum am Donnerstag Dombaumeisterin Hedwig Drabik die Gefahrenstelle. Ein Steinrestaurator und ein Statiker hätten sie unterstützt. Die erste Annahme, dass der Eisenkeil aus dem letzten romanischen Gurtbogen Richtung Westen gefallen war, habe sich nicht erhärtet. Dieser zeige keine Schäden.
Schlussstein sieht verändert aus
Aufgefallen sei in dessen Nähe aber der Schlussstein der Sandsteinfensterlaibung nordseitig. Dieser habe eine veränderte Position gezeigt. Es sei festgestellt worden, dass der Eisenkeil aus der Fuge neben dem Schlussstein gefallen war, unterhalb des Fensters auf der schrägen Sohlbank aufgeschlagen und heruntergerutscht sei. Die angrenzenden Fensterlaibungen seien vollständig abgefahren und untersucht worden.
An der Schadstelle steht laut Bistum der Dom bedingt durch die Baunaht zwischen romanischem und im Barock wiederaufgebautem Teil unter besonderer Spannung. „Die Schäden sind ganz klar Bewegungen im Mauerwerk zuzuordnen“, heißt es. Eine Beeinträchtigung durch die Orgel oder Musikveranstaltungen werde derzeit ausgeschlossen. Im Dom verbaute Zugstäbe sollen bei einer gesonderten Untersuchung genauer betrachtet werden, um statische Probleme im Blick zu haben.