Speyer Diskussion um Jugendräume

Der Jugendstadtrat ist weiter auf der Suche nach Räumen. Die Protestanten haben keine im Angebot. Bezüglich der jüngsten Berichterstattung hatte sich auch die Initiative Freiraum (Infra) zu Wort gemeldet.
Infra hat mitgeteilt, dass bereits unter Oberbürgermeister Werner Schineller einen Antrag gegeben habe, den ehemaligen Güterbahnhof für einen selbst verwalteten Jugendraum zu nutzen. Die Stadt bestätigt dies auf RHEINPFALZ-Anfrage: „Der Antrag der Grünen am 2. November 2010 war eher allgemein gehalten. Ausdrücklich beantragt war er seitens der Grünen als Jugendraum nicht“, teilt Stadt-Sprecherin Barbara Fresenius mit. Laut damaligem Ratsprotokoll habe Schineller darauf hingewiesen, dass weder dieses Gebäude noch das Postgebäude der Stadt gehörten. Zuletzt hat nach Recherchen der Stadt die BGS am 27. November 2014 einen Antrag im Rat gestellt, die Stadt solle Infra das ehemalige Taubenzüchterheim anbieten. Infra teilt zudem mit, dass sie nicht für das Scheitern des vom Oberbürgermeister ins Leben gerufenen Runden Tischs verantwortlich sei. Sie hätte lediglich auf einem basisdemokratisch, selbst verwalteten Jugendraum bestanden. Wie Infra weiter mitteilt, sei mittlerweile der Runde Tisch eingeschlafen, den Oberbürgermeister Hansjörg Eger ins Leben gerufen hatte, um einen Jugendraum für die Heranwachsenden zu finden. Die Stadt entgegnet, dass diese Einrichtung nicht eingeschlafen sei. Eger habe vielmehr aus der RHEINPFALZ 2013 erfahren, dass Infra ausgestiegen sei. Er habe Christian Keller von Infra gegenüber die Bereitschaft unterstrichen, den Dialog fortzusetzen. Infra teilte mit: „Wir haben vor über zwei Jahren die Möglichkeit erhalten, unserer Auffassung von Freiraum in einem eigenen Kulturzentrum mit Leben zu füllen.“ Mit den verbliebenen Mitgliedern des Jugendstadtrats habe Eger einen schriftlichen Aufruf an Dritte gestartet. Im Rahmen dessen sei eine Raumdatenbank entstanden. Mit dem JSR stehe die Verwaltung kontinuierlich in Kontakt, so die Stadt. Sie verweist zudem an die am Runden Tisch verbleibenden Teilnehmer wie Nidro, CVJM, Jugendcafé in West, die unterstützen könnten. Wie der aktuelle Vorsitzende des Jugendstadtrats, Mika Wagner, mitgeteilt hatte, sei diese Datenbank unzureichend (wir berichteten), weil darin weiterhin keine geeigneten Räume enthalten seien, in denen Jugendliche selbstbestimmt feiern könnten. Wagner hatte zudem unter anderem den protestantischen Dekan Markus Jäckle angeschrieben und gefragt, ob dieser über Räume verfüge. Jäckle teilte auf RHEINPFALZ-Anfrage mit: „Ich habe geantwortet, dass wir als Gedächtniskirchengemeinde leider keine freien Räume haben, aber die übrigen evangelischen Kirchengemeinden in Speyer informiert.“ (ccd)