Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsch-französischer Schüleraustausch: Das Pausenbrot sorgt für Begeisterung

Freuen sich darauf, sich kennenzulernen: Schüler aus Speyer und Chartres.
Freuen sich darauf, sich kennenzulernen: Schüler aus Speyer und Chartres.

Seit 14 Jahren verbindet ein Schüleraustausch Speyer und Chartres. Nun sind wieder französische Schüler in der Stadt. Eine Sache fällt ihnen besonders positiv auf.

Die Kooperation im Rahmen eines Schüleraustauschs verbindet das Collège Sainte Marie in Chartres und das Nikolaus-von-Weis-Gymnasium in Speyer. Seit 14 Jahren gibt es diesen Austausch, auch wenn die Städtepartnerschaft zwischen Chartres und Speyer in die Jahre gekommen ist und die deutsch-französischen Beziehungen etwas schwächeln. Noch bis Freitag, 31. März, können die französischen Austauschschüler ihre deutschen Gastgeber kennenlernen, Sprachkenntnisse verbessern, die andere Kultur in sich aufnehmen und Spaß haben. Auf dem Programm stehen außer der Teilnahme am Unterricht eine Stadtführung in Speyer, ein deutsch-französisches Frühstück in der Schule, ein Zoobesuch in Landau, ein Ausflug nach Heidelberg einschließlich Schlossbesichtigung und Zeit in den Familien.

Am Dienstag wurden die Austauschschüler von Bürgermeisterin Monika Kabs im Stadtratssitzungssaal des Rathauses empfangen. Gemeinsame Aktivitäten seien der Schlüssel jedes Schüleraustausches, sagt Geneviève Dugast-Lambert, die mit ihrem Kollegen Pierre Lebland den Austausch begleitet. Sie spricht fließend Deutsch und kommt gerne nach Speyer, beklagt aber gleichzeitig das rückläufige Interesse an der deutschen Sprache an französischen Schulen. Deutsch werde zwar immer noch als zweite Fremdsprache neben Spanisch angeboten, habe aber aufgrund der schwierigen Grammatik keinen guten Ruf. Spanisch als zweite Fremdsprache habe in Frankreich dem Deutschunterricht längst den Rang abgelaufen.

Glaskunst beim Gegenbesuch

2,5 Stunden Deutschunterricht pro Woche im Wahlfach gibt es in ihrer Schule in Chartres ab der siebten Klasse. Dugast-Lambert ist die einzige Deutschlehrerin am Collège Sainte Marie. Nach wie vor habe für sie das Lernen der Sprache des Nachbarlandes große Bedeutung. Der Schüleraustausch sei ein wichtiger Punkt in ihrem Unterricht und gebe ihren Schülern Motivation, die Sprache zu lernen. Schließlich gehe es um interkulturelle Kompetenz, die Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse und das Kennenlernen der Kultur im Gastland.

Gemeinsame Aktionen seien der Schlüssel zum Erfolg, egal ob es um Sport, Freizeit oder Kultur gehe, sagt die Lehrerin. Zum Gegenbesuch der deutschen Schüler in Chartres im Mai 2025 plant sie einen Workshop im Museum für Glaskunst, dem „Centre International du Vitrail“. Die deutschen und französischen Schüler können sich dort mit der Chartrainer Glaskunst auseinandersetzen.

Forderung nach Frühstückspausen

Gefragt nach kulturellen Unterschieden im Schulleben der beiden Städte, erzählt die Chartrainerin von der Begeisterung ihrer Schüler für das deutsche Pausenbrot. An französischen Schulen gebe es das nicht, angeboten werde dort ein Mittagessen in der Kantine. Das Pausenbrot fiele ihren Schülern bei jedem Austausch positiv auf. Es habe sogar schon die Forderung gegeben, Frühstückspausen auch an der Schule in Chartres einzuführen.

Dugast-Lambert schätzt in Speyer das historische Zentrum, den Rhein, die vielen Buchhandlungen in der Stadt und die guten Kontakte zu den Lehrern. Margit Muth und Viktoria Dietzel begleiten den Austausch auf deutscher Seite.

Freundeskreis plant Reise nach Chartres

Chartres ist seit 1959 Partnerstadt von Speyer. Es liegt 90 Kilometer südwestlich von Paris inmitten von Weizenfeldern an der Eure, einem Nebenfluss der Seine. Die Stadt hat knapp 40.000 Einwohner. Im Zentrum der Altstadt steht die Kathedrale Notre-Dame de Chartres. Sie wurde im elften und zwölften Jahrhundert gebaut und ist die älteste praktisch unveränderte hochgotische Kathedrale der Welt. 1979 wurde sie in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Der Freundeskreis Chartres organisiert regelmäßig Reisen in die Partnerstadt. Die nächste Bürgerreise nach Chartres ist von Montag bis Donnerstag, 29. Mai bis 1. Juni, geplant.

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