Speyer Busbetreiber will genauer hinschauen

Stadtbusverkehr: Nicht alle Nutzer sind damit zufrieden.
Stadtbusverkehr: Nicht alle Nutzer sind damit zufrieden.

Am Ball zu bleiben lohnt sich. Das hat Elke Neutz aus Speyer erfahren. Sie bezieht es auf gleich bei zwei Unternehmen: die VRN GmbH und die DB Regio Bus Mitte GmbH. Zu knapp angekündigte Änderungen im Fahrplan, unklare Buslinien-Führungen und „abgehängte“ Haltestellen sorgten zunehmend für Verärgerung bei der Frau. Nach mehreren Anläufen erhielt sie Antwort auf ihre Kritik. Konkreter Erfolg: Die Stadthalle soll bei künftigen Straßensperrungen als Haltestelle einbezogen werden.

Bauliche Maßnahmen im Stadtgebiet führen immer wieder zu Veränderungen im geregelten Busverkehr. Andere Wege müssen gesucht, vorübergehende Haltestellen eingerichtet werden. An der Kommunikation mit den Fahrgästen hapert es in dem Zusammenhang aber, meint Elke Neutz. Eindeutige Aushänge fehlten meist. „In der Vergangenheit bin ich deshalb schon wiederholt an der falschen Haltestelle gelandet oder habe auf den Bus verzichtet, weil die Linienführung gänzlich unklar war“, schreibt die Speyererin an die RHEINPFALZ. Eingeschaltet habe sie auch die Politik, da sie ein grundsätzliches Problem sehe: „ÖPNV in Speyer macht wirklich keinen Spaß.“ Sie führt einen „gänzlich unübersichtlich betriebenen Busbahnhof“, Schwierigkeiten am Ein- und Ausstieg „für alle nicht mehr taufrischen, sportlichen Menschen“ sowie fehlende oder zu niedrige Sitzgelegenheiten an den Haltestellen an. Zudem herrsche Platzmangel für Rollatoren, Kinderwagen oder Rollstühle im Inneren der Busse. Konkret geärgert hat sich Neutz unter anderem über den Umgang mit Tief- und Straßenbauarbeiten, die im Oktober zur Sperrung der Bahnhofstraße zwischen Postplatz und Mühlturmstraße führten (wir berichteten): Die Haltestellen „Obere Langgasse“ und „Stadthalle“ mit den Linien 562 und 563 waren vom Busverkehr abgehängt. Unter anderem die Bewohner der zwei in dem Bereich angesiedelten Seniorenresidenzen habe das betroffen, so die 66-Jährige. Die Zeit reiche nicht aus, um die verbleibenden Linien 564 und 565 dort halten zu lassen, habe ihr der VRN geantwortet. Auch die Grünen-Fraktion und die RHEINPFALZ haben sich eingeschaltet. Persönlich meldete sich nun das Betriebsmanagement der DB Regio Bus Mitte bei Neutz: „Wir verstehen Ihren Frust und bedauern, dass Sie mit der Beantwortung Ihrer Qualitätsrückmeldung nicht zufrieden waren und haben nun Ihre Rückmeldung zum Anlass genommen, die künftigen Linienwege bei Sperrungen genauer zu betrachten und hier auch die Stadthalle als Alternative mit aufzunehmen.“ Für die Kundin ist das der Beweis, dass steter Tropfen den Stein doch höhlen kann. Einen Wunsch hat sie dennoch: einen Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung, an den sie sich mit Kritik am innerstädtischen Busverkehr direkt wenden kann.

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