Speyer
Bundeswehr betont: Betreten verboten
Die Bundeswehr appelliert an Zivilisten, ihren Standortübungsplatz im Wald zwischen Speyer und Dudenhofen nicht mehr zu betreten. „Es hat überhand genommen“, erklärt Oberstleutnant Günter Bohn vom rheinland-pfälzischen Landeskommando der Wehr. Er verweist auf Bedenken von Naturschützern. Auch sei die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet.
Das an die Speyerer Walderholung angrenzende Waldstück, das Teile der Sanddüne umfasst, ist nicht nur bei Spaziergängern beliebt. Zu einem Problem würden immer mehr Hundehalter, Mountainbiker sowie Quad-Fahrer, sagt Bohn. „Der Landübungsplatz ist kein Spielplatz“, heißt es in der Mitteilung der Bundeswehr. Dabei habe sich der rechtliche Status nicht geändert: „Das Betreten des Standortübungsplatzes ist für Nichtbefugte strikt untersagt.“ Die Schilder, die an einigen Zugängen der teils nicht umzäunten 100 Hektar stehen, sind jedoch nicht eindeutig. Dort steht, dass unbefugtes Betreten während der Übungszeiten verboten sei und außerhalb dieser auf eigene Gefahr erfolge. Bisher sei es toleriert worden.
„Appell an die Vernunft“
Die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zum Betretungsverbot sei ein erster Schritt, so Bohn. Kontrollen könnten hinzukommen. Es gebe allerdings keine Sanktionen, sondern einen Appell an die Vernunft. Eine neue Beschilderung werde geprüft. Die Bundeswehr als Hausherrin betont, dass ihr Dienstleistungszentrum zwar hin und wieder zur Grünpflege vor Ort sei, aber keine Haftung bei Unfällen infolge von Bäumen, Schanzlöchern oder Militärgerät wie Drahtsperren oder Munition übernommen werden könne.
Der Standortübungsplatz sei ein schützenswertes Biotop, dem außer der militärischen Nutzung keine Belastung durch Wanderer, Radfahrer, Hunde oder Freizeitsportler zugemutet werden könne. Die militärische Nutzung sei dem Naturschutz angepasst. Heute gebe es zwar keine Speyerer Garnison mehr, die regelmäßig auf dem Areal übe. „Es wird aber sporadisch wieder militärisch genutzt werden.“ In Ortsterminen von Bundeswehr, Naturschutz und Kommunalvertretern sei aufgefallen, dass das Betretungsverbot momentan kaum beachtet werde.