Speyer
Brücke in der Oberen Langgasse: Stadt will Neubau statt Sanierung
Die Stadt plant, die Überführung neu zu bauen, auch, weil die Deutsche Bahn, über deren Gleise die Brücke führt, sich an den Kosten beteiligen würde. Ein Neubau der 1939 errichteten Brücke, die laut Verwaltung seit Jahren bauliche Mängel aufweist, war bereits Ende 2014 geplant gewesen. Rund ein Jahr später hat der Stadtrat diesen Beschluss wieder verworfen – wegen der langen Projektlaufzeit. Neuer Plan war eine Sanierung.
Nun jedoch wieder Rolle rückwärts. Warum? Florian Benner, Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamts, erläuterte die Gründe am Dienstagabend den Mitgliedern des Bauausschusses. Demnach hatte die Verwaltung einen Entwurf zur Instandsetzung der Brücke erarbeitet und im Jahr 2017 einen Zuwendungsantrag beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) eingereicht. Der LBM habe im Herbst 2018 diesen Antrag mit dem Hinweis zurückgegeben, die Stadt möge doch einen Neubau der Brücke unter Kostenbeteiligung der Bahn prüfen.
Gespräche mit der Bahn hätten ergeben, dass diese ein Interesse daran habe, ihr „Lichtraumprofil“ zu vergrößern. Das betreffe die Durchfahrtshöhe, in dem Bereich gebe es neue Regelungen. „Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz wäre die Bahn dann finanziell mit im Boot“, erklärte Benner. Die Kostenverteilung habe in einem „aufwendigen Verfahren“ ermittelt werden müssen, das im Frühjahr 2020 abgeschlossen wurde. Der Anteil der Bahn an den Kosten für einen Neubau beträgt laut Benner 45 Prozent. Von den Gesamtkosten für eine neu Brücke in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro müsste die Stadt – nach Abzug des DB-Anteils und einiger weiterer Beträge wie der zu erwartenden Zuwendung des Landes in Höhe von 950.000 Euro – nur noch rund 1,25 Millionen Euro tragen, rechnete Benner vor.
Bau nicht vor 2024/25
Für die zuvor geplante Instandsetzung hatte die Stadt im Jahr 2018 noch mit rund 750.000 Euro gerechnet, der Betrag dürfte heute jedoch höher sein, so der städtische Mitarbeiter. Die Kosten für einen Neubau seien somit eine „relativ geringe Mehrbelastung“. Zudem würde eine Instandsetzung die Notwendigkeit eines Neubaus nicht ersetzen, sondern lediglich um 15 bis 20 Jahre nach hinten verschieben, lautete ein weiteres Argument aus Sicht der Stadt.
Bis das Projekt, für das Benner mit einer Bauzeit von rund zehn Monaten rechnet, angegangen werden könnte, würde allerdings noch etwas Zeit ins Land gehen. „Ich denke, es kann nicht vor 2024/25 gebaut werden.“ Grund sei die aufwendige Projektplanung. Unter anderem müsse der Bereich während des Brückenabrisses für rund eine Woche gesperrt werden, der Bedarf von Schienenersatzverkehr müsse der Bahn rund 26 Monate im Voraus gemeldet werden.
Der Bauausschuss hat für das Vorhaben mit neun Ja-Stimmen und drei Enthaltungen grünes Licht gegeben. Das Thema kommt in der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag, 27. August, noch einmal zur endgültigen Beschlussfassung auf die Tagesordnung.