Speyer
Bewerbungen für neue Wohnungen bei St. Otto: Ansturm auf die Gewo
Der Rohbau ist schon lange fertig. Aktuell geht es um den Innenausbau mit zum Beispiel Elektro- und Fliesenarbeiten: 42 Wohnungen in drei Gebäuden auf dem Areal des früheren katholischen Gemeindezentrums in der Kurt-Schumacher-Straße sollen ab Ende 2025 nach und nach bezogen werden können. „St. Otto liegt mit allem im Zeitplan, und das Auswahlverfahren zur Belegung beginnt jetzt“, so Oliver Hanneder auf Anfrage. Er ist der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewo und stemmt im Speyerer Westen sein bisher größtes Projekt im Unternehmen. Kostenrahmen: 19 Millionen Euro.
Kürzlich ist die Vermarktung angelaufen. Das nach ersten Interessenbekundungen absehbare große Interesse sei eingetreten, teilt Hanneder mit: „Wir haben innerhalb von vier bis sechs Wochen 900 Bewerbungen für die 42 Wohnungen erhalten.“ Über das Portal „Wohnungshelden“ könnten sich mögliche Mieter auch weiterhin melden. Das Auswahlverfahren stehe kurz bevor, so der Geschäftsführer. Bei den 22 frei finanzierten Wohnungen könne die Gewo flexibler vorgehen, habe aber klare Kriterien, etwa den Vorrang für Speyerer. Für die 20 öffentlich geförderten Einheiten müssten zuerst formelle Kriterien wie die Vorlage eines Wohnberechtigungsscheins erfüllt werden.
Mehrstufiges Verfahren
So oder so: Die Anzahl der Bewohner und das verfügbare Einkommen müssten zur jeweiligen Quadratmeterzahl passen, betont Hanneder. Von den potenziell geeigneten Bewerbern würden jeweils bis zu vier im nächsten Schritt angeschrieben, gegebenenfalls um weitere Unterlagen gebeten und eingeladen, erklärt er die Vorgehensweise. Trotz der hohen Bewerberanzahl sei nicht garantiert, dass für jede Wohnung schon der oder die Richtige dabei sei. Bis zum Sommer solle die Auswahl getroffen sein, kündigt der Geschäftsführer an. „Ich bin positiv überrascht“, sagt er über das Projekt. Das gelte für das Interesse wie für den baulichen Ablauf. Alle Gewerke seien inzwischen vergeben.
Auftragsvergaben hatte das Unternehmen mit 2885 Wohnungen, 43 Mitarbeitern und 102,4 Millionen Euro Bilanzsumme zuletzt auch bei zwei weiteren Projekten: Energetische Sanierungen im Bestand laufen an. In der Albert-Einstein-Straße geht es laut Hanneder von März bis Dezember um die Hausnummern 17 und 19. Die Blöcke mit Baujahr 1956 umfassen zwölf Wohneinheiten. Für 1,23 Millionen Euro werden unter anderem die Dämmung der Gebäudehülle, die Erneuerung der Balkone und die Umstellung der Heizung auf Fernwärme angepackt. Ein ähnliches Portfolio gehört zur Sanierung im Carl-von-Ossietzky-Weg 1-3. Hier stammen die Gebäude aus dem Jahr 1959 und zählen 16 Wohnungen. Die Gewo rechnet mit Kosten von 1,48 Millionen Euro. Bauzeit: Mai 2025 bis Februar 2026.