Speyer Bei Gimmy gelernt

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LUDWIGSHAFEN. Nach 20 Spieltagen führt Jens Leithmann von Arminia Ludwigshafen in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar mit 14 Treffern die Torschützenliste an. Wegen eines Kreuzbandrisses wird aber kein weiterer hinzukommen. Der 31-jährige Allrounder spielte auch vier Jahre lang für den Ligarivalen TuS Mechtersheim.

Jens Leithmann ist keiner der munter drauflosplappert. Bei Fragen überlegt er lange, bevor er sie – mitunter ausweichend – beantwortet. Der verheiratete Lehrer, der an der Realschule Bobenheim-Roxheim Sport, Mathematik sowie Wirtschaft und Verwaltung unterrichtet, könnte auch Diplomat oder Politiker sein. Der Offensivspieler ist ein ziemlich kompletter Fußballer, der keine erkennbare Schwächen hat. Leithmann ist dank seiner Ballsicherheit und Abschlussstärke, den spielerischen Qualitäten und seiner Vielseitigkeit ein herausragender Oberligaspieler, der für die Arminia nicht zu ersetzen ist. Nach seiner Jugendzeit in Hambach und bei Phönix Schifferstadt sowie zwei Jahren in der Ersten Mannschaft von Phönix wurde 2004 der TuS Mechtersheim auf ihn aufmerksam. „Trainer Ralf Gimmy wollte mich haben und ich wollte es probieren, in der Oberliga Fuß zu fassen. Das hat sich alles sehr interessant angehört“, erinnert sich Leithmann. Beim TuS setzte sich der technisch starke und schnelle Allrounder rasch durch. „Ich glaube, ich habe mich in dieser Zeit ganz gut entwickelt“, sagt der gebürtige Neustadter. Vier Jahre blieb er in Mechtersheim und setzte in der damals viertklassigen Oberliga Akzente. Leithmann wurde auf Anhieb Stammspieler und Leistungsträger. 110-mal trug er in der Oberliga das blau-weiße Trikot der Mechtersheimer und erzielte dabei 21 Tore. Es gebe zwar immer mal Reibungspunkte, aber mit Gimmy habe er keine Probleme gehabt. Taktisch und fachlich habe er beim langjährigen TuS-Coach viel gelernt. „Es ist erstaunlich, wie lange sich der Verein mit vergleichsweise geringen Mitteln in der Liga nicht nur hält, sondern längst etabliert hat. Das hatte am Anfang keiner geglaubt. Es ist beeindruckend und eine große Leistung“, verdeutlicht Leithmann. Sechseinhalb Jahre nach seinem Abschied von der Kirschenallee sind die Kontakte zu den Mechtersheimern geringer geworden. „Ich verfolge den Weg nicht mehr so intensiv“, erklärt Leithmann. Kontakte hat er noch zu Jens Rehhäußer und vor allem zu TuS-Kapitän Andreas Brill, mit dem er eng befreundet ist und hin und wieder Tennis spielt. 2008 wechselte Leithmann zum damaligen Regionalligisten FSV Oggersheim. „Das war eine sehr intensive Zeit und eine tolle Erfahrung“, betont der Mann, der bis auf Torwart schon alle Positionen bekleidet hat. Er hatte sein Studium unterbrochen und unter Profibedingungen trainiert. „Spiele in Münster, Essen oder bei den Zweiten Mannschaften von Schalke 04 und Borussia Dortmund waren schon etwas Besonderes“, schwärmt Leithmann. Nach Abstieg und Insolvenz der Oggersheimer zog es ihn wieder in die Oberliga zu Arminia Ludwigshafen. In der Vorrunde lief es bei ihm prima. Er hat die meisten Treffer in der Liga erzielt, obwohl er fünf Partien verpasste. „Ich kann nicht mehr in jedem Training sein. Und als Lehrer muss ich in den Ferien in Urlaub gehen“, nennt Leithmann Gründe dafür. Deshalb hat er auch sein Amt als Co-Trainer abgegeben. Bis zum 30. Juni steht er bei der Arminia unter Vertrag und wird wie gewohnt spät entscheiden, ob und wo er weitermacht. „Es gibt Trainingseinheiten, die fallen schwer und die Regenerationszeit ist länger als früher“, sagt der 31-Jährige. Vorstellbar ist, dass er irgendwann als Trainer tätig sein wird, auch wenn er diese Frage noch nicht abschließend beantwortet hat. Zunächst freut sich Jens Leithmann auf den 14. März. Da gastiert der TuS Mechtersheim beim FC Arminia. Allerdings wird der Torjäger nur Zuschauer sein, denn er zog sich kürzlich einen Kreuzbandriss zu. (thl)

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