Speyer Bärenstarke Gastgeber
«Römerberg». Der TuS Heiligenstein hat das einseitige Nachbarschaftsderby in der Handball-Pfalzliga der Herren gegen die TG Waldsee nach einer tollen Vorstellung über fast 50 Minuten in der stimmungsvollen Rhein-Pfalz-Halle verdient mit 37:33 (20:10) gewonnen. Beide Teams liegen jetzt mit jeweils 5:5 Zählern gleichauf.
Die Gastgeber überraschten die zunächst völlig konsternierten Waldseer mit einer sehr beweglichen 6-0-Abwehr, die lediglich die beiden gegnerischen Akteure auf den Halbpositionen im Rückraum offensiver anging. Mit viel Vehemenz und einer sehr guten Wurfeffektivität fanden die Römerberger bestens in das Geschehen. „Es war schön, dass wir so gut in das Spiel reingekommen sind“, freute sich TuS-Übungsleiter Steffen Schneider. Die Seinen kamen zu einfachen Toren, holten sich immer mehr Selbstvertrauen und spielten sich in einen Lauf. Gästetrainer Rainer Eckrich nahm bereits in Spielminute neun eine Auszeit – zu diesem Zeitpunkt führte der TuS schon mit 6:1. Bewirken konnte er damit nichts. Die Hausherren setzten ihren furiosen Sturmlauf fort und zogen immer weiter davon. Während die Gästeangreifer überhaupt nicht zu ihrem gewohnten Tempospiel kamen und häufig nur unter Bedrängnis werfen konnten, bekam die TG-Hintermannschaft keinen Zugriff auf die Kontrahenten. Die Waldseer scheiterten reihenweise mit besten Torgelegenheiten am überragenden Maximilian Bouché im TuS-Gehäuse. 24 Versuche, die nicht den Weg ins gegnerische Tor fanden, zählte Eckrich. „Wir haben uns beim Torabschluss blöde angestellt“, haderte er. „Vielleicht haben sich die Spieler mental auch nicht gut genug auf den Torwart vorbereitet“, suchte er nach Erklärungen. „Wir wollen uns hier nicht den Hintern aufreißen lassen, sondern müssen dagegenhalten“, versuchte Eckrich in der Pause, die Seinen neu zu motivieren. Er hatte den TuS-Halblinken Philipp Just schon vor dem Seitenwechsel offensiver decken lassen und stellte nach der Pause auf eine 3-3-Abwehr um. Alles ohne Erfolg. „Wir haben das spielerisch weiter gut gelöst“, stellte Schneider kein Nachlassen fest. Erst in der offenen Manndeckung erzielte Waldsee mehr Ballgewinne und gestaltete mit Schnellangriffen in der Endphase gegen die jetzt kräftemäßig nachlassenden Römerberger das Resultat freundlicher. Auch, weil nach Schneiders Feststellung das Rückzugsverhalten seiner Mannen nach dem Pausentee etwas schlechter wurde und sich die Zahl der Fehler mit den schwindenden Kräften erhöhte. „Wir haben über 50 Minuten ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht“, lobte der zufriedene TuS-Verantwortliche gestern nach der Begegnung seine Akteure. So spielten sie TuS Heiligenstein: Bouché, Schwarzer, Schmidt - Just (7/2), Yannick Gerbes (7), Hoffmann (8/1) - Seithel (2), Jochen Schulze (3) - Stumpf (6) - Handermann (2), Erhard, Schneider, Holger Schulze (2). TG Waldsee: Kai Knittel, Schlosser - Marcel Knittel (6/5), Jens Eckrich (2), Hellmann (2) - Krieg (2), Gerdon (1) - Böhl (2) - Hofmann (4), von Kennel (2), Willersinn, Ullmeyer (5), Diebold (1), Bredehöft (6). Spielfilm: 3:0 (4.), 8:1 (12.), 14:3 (19.), 20:10 - 28:16 (42.), 32:24 (52.), 36:33 (59.) - Zeitstrafen: 3/4 - Siebenmeter: 3/3 - 6/5 - Beste Spieler: Bouché, Gerbes, Stumpf - keine - Zuschauer: 200. Schiedsrichter: Entenmann/Groth.