Speyer
Am Bahnhof zunächst nur Schönheitsreparaturen
Insgesamt werden vom Bund 40 Millionen Euro bereitgestellt – allerdings für fast 170 Bahnhöfe in der ganzen Republik. Speyer ist einer davon. Das Geld solle noch in diesem Jahr in Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität investiert werden, teilt eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage mit. „Dies umfasst unter anderem die Erneuerung von Treppen, Zugängen sowie die Optimierung und Teilerneuerung der Beleuchtungsanlagen im Bereich des Gebäudezugangs und in der Bahnhofshalle.“
Die Verbesserungsvorschläge, die die Stadt Speyer an die Bahn herangetragen hat, sind davon unabhängig – und noch nicht unter Dach und Fach, so die Sprecherin: Die Beteiligten seien „in offenen und konstruktiven Gesprächen“. Wie berichtet, geht es vor allem darum, wer was bezahlt. Die Stadt hat ein Planungsbüro Ideen entwickeln lassen und dem Gestaltungsbeirat vorgestellt. Ein Punkt: der Erwerb des Kiosk-Pavillons unter der Schneckennudel-Brücke, für den bereits 215.000 Euro im städtischen Haushaltsplan eingestellt wurden.
Unklarheiten beim Pavillon
Zu dem Pavillon gebe es derzeit keine gesicherten Informationen, teilt Annika Siebert von der städtischen Pressestelle auf Anfrage mit. „Die Planungen sind noch am Laufen.“ Unter anderem ging es um die Einrichtung von Toiletten in dem Gebäude, wovon der Gestaltungsbeirat aber nicht begeistert war. Insgesamt sei die Verwaltung nach wie vor entschlossen, Verbesserungen anzupacken. Dafür sei im September ein Gesprächstermin mit der Bahn angesetzt. Der Planungsprozess für das Gesamtprojekt solle jedoch erst 2021 wieder aufgenommen werden, so Siebert.
Wie berichtet, geht es unter anderem um einen neuen südlichen Eingang zu Gleis 1 und möglicherweise auch Verbesserungen am nördlichen Eingang auf beiden Seiten der Fußgängerbrücke. Zudem sollten „ein Alternativstandort für das vorhandene Radparkhaus und Liegenschaften der Deutschen Bahn in die Überlegungen zur Neuordnung einbezogen werden“, betont Siebert. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht klar, „ob eine solche weitgreifende Planung Chancen hat, mittelfristig umgesetzt werden zu können“.
Die Stadt betont, dass sie in den vergangenen Jahren gleichwohl schon an Verbesserungen am Bahnhof beteiligt war. Stichworte in diesem Zusammenhang seien die Ausweitung der Parkmöglichkeiten für Fahrräder, die neue E-Ladestation, Gepäckschließfächer mit Akkulademöglichkeit und das Angebot an Leihfahrrädern.
RHEINPFALZ-Kommentar von Patrick Seiler
Kostenträger in der Deckung
Super, dass die Stadt von sich aus Verbesserungen am Bahnhof vorschlägt. Dieser Bereich ist ähnlich frequentiert wie der Dom, jedoch weitaus weniger beachtet. Größere Verbesserungen würden freilich viel kosten, deshalb wagen sich aktuell Stadt wie Bahn noch nicht aus der Deckung. Am Ende wird es auf Verhandlungsgeschick und Augenmaß ankommen. Zum Augenmaß gehört, nicht das meiste Geld in eine neue Toilettenanlage zu versenken, wenn es an Gleis 1 des Bahnhofs schon ganz nah eine gibt.