Speyer Als der Traum vom schwarzen Gold endete
«Dudenhofen.»Vor 55 Jahren ging in Dudenhofen ein Traum zu Ende, der manchen Bewohnern wie ein Albtraum vorgekommen war. Für die Deutsche Erdöl-AG (DEA) lohnte es sich ab 1964 nicht mehr, auf der Gemarkung das zu tun, was ein Firmenkonsortium seit 2008 auf Speyerer Gebiet tut: Schwarzes Gold aus der Erde zu holen.
Dass es in und um Dudenhofen Erdöl geben muss, hatte vor über einem halben Jahrhundert das im Auftrag der Wintershall AG danach suchende Unternehmen Seismos aus Hannover bestätigt. Es befand das Gebiet westlich von Speyer als „aussichtsreich“, und bald standen dort Bohrtürme, die ersten in der Pfalz. Auf Bohr-Erfolge musste jedoch lange gewartet werden. Der Zufluss aus etwa 1200 Meter Tiefe stockte immer mehr. Das Öl floss erst nach einer Spezialbehandlung wieder einigermaßen gut: Aus Holland herbeigeschaffter, mit Öl gemischter Sand wurde bei hohem Druck in die Leitung gepresst, um die Poren des unterirdischen Ölbeckens zu öffnen. Verdruss bereiteten auch sogenannte Gaspolster – Ansammlungen von Erdgas in der Ölschicht. Die Pumpen mussten wegen dieser Polster häufig abgestellt werden, schoben diese doch ständig kleine Erdmengen vor das Saugrohr. Das verunreinigte das Öl und hemmte dessen Abfluss. Damals klagten die Bürger über den Lkw-Verkehr Den ersten Erfolg hatte die Deutsche Erdöl-AG in der Gemarkung „Am Heidegarten“. Dort schoss am Karfreitag 1955 plötzlich eine Riesenfontäne Erdöl hoch. Und floss neun Jahre mehr oder minder zögerlich. Die Fördermenge von anfangs stündlich 1000 Litern einer als gut bezeichnenden Qualität im „Heidegarten“ und später von 1200 bis 1500 Litern am Tag auf einem Privatgrundstück an der Neumühle ließ aber mehr und mehr nach. Die Bohrungen auch in der Gemarkung „Zwölfmannsgarten“, der dritten Stelle der zunächst erfolgreichen zehn Versuchsbohrungen, lohnte sich nicht mehr. 1964 war der Dudenhofener Traum ausgeträumt. Für viele Dudenhofener war er wegen der häufig eingesetzten Tank-Lastzüge und der dadurch verursachten Gefahren im Straßenverkehr und des Lärms zum Albtraum geworden. Transportierten doch die großen Laster das in vier Kessel zu je 21.000 Liter gelagerte Öl mehrmals in der Woche nach Bentheim bei Hannover. Pipelines gab es nicht. Die gibt es auch heute nicht. Das an den Förderstellen in der Siemensstraße und nahe der Franz-Kirrmeier-Straße/Müllberg in Speyer gereinigte Erdöl wird in Tank-Lastwagen zur Mineralöl-Raffinerie Oberrhein in Karlsruhe transportiert.