Speyer „Als Bub schon bei Straßeneinweihungen dabei“
«Dudenhofen.»Politik zieht sich wie ein roter Faden durch Sebastian Körners Leben. „Es geht am Tisch nicht nur um Politik, aber sie ist immer ein Thema“, sagt Körner. Sein Vater ist Landrat Clemens Körner (CDU), sein Opa Josef Keller mütterlicherseits war Ortsbürgermeister von Dudenhofen. Der letzte Impulsgeber für sein politisches Interesse sei aber sein Sozialkundelehrer gewesen, sagt Körner. Der 30-Jährige will nicht mit seinem Vater verglichen, sondern als eigene Person wahrgenommen werden. „Ich habe Dinge immer aus Überzeugung getan und mir nie Gedanken gemacht, wie es weitergehen könnte“, sagt der Dudenhofener, der sich schon als Jugendlicher in der Jungen Union auf Orts- und Kreisebene engagiert hat. In den Ortsgemeinderat Dudenhofen sei er bei der Wahl 2009 trotz eines hinteren Listenplatzes hineingerutscht. Und auch das Amt des Beigeordneten sei auf ihn zugekommen, sagt Körner. Ende 2016 sei er im CDU-Ortsverband Dudenhofen gefragt worden, ob er Interesse hätte, die Nachfolge von Peter Eberhard als Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde (VG) anzutreten, wenn dieser im November 2017 in Ruhestand geht. Körner sagte zu – mit einer Einschränkung: „Ich habe damals gesagt, dass ich es nur ehrenamtlich machen würde“, erzählt Körner und begründet dies damit, dass er einen erneuten hauptamtlichen Beigeordneten als zu teuer für die VG angesehen hätte. Zu diesem Zeitpunkt war die Satzung der Verbandsgemeinde noch nicht geändert worden. Der Rat beschloss erst Ende März 2017, dass es nach Eberhards Ausscheiden aus Kostengründen nur noch einen ehrenamtlichen Ersten Beigeordneten mit Geschäftsbereich und keinen hauptamtlichen mehr geben wird (die RHEINPFALZ berichtete). Nach einer internen Wahl mit allen CDU-Ortsverbänden wurde beschlossen, dass die Partei in der Ratssitzung Mitte November Harald Flörchinger (Harthausen), der bereits seit vielen Jahren Dritter Beigeordneter ist, als Ersten Beigeordneten und Sebastian Körner als dessen Nachfolger im Amt des Dritten Beigeordneten vorschlagen wird. Beide wurden gewählt. Bisher habe er schon fast 20 Termine und damit mehr als gedacht absolviert, erzählt Körner: von Neujahrsempfängen über interne Sitzungen bis zu Besuchen bei Jubilaren. Ihn freut es, dass er von vielen Vereinen angesprochen und überall freundlich aufgenommen wird. „Man hat das Gefühl, dass man als neue Generation wahrgenommen wird“, sagt der 30-Jährige, der in seiner Freizeit gerne mit Freunden Fußball spielt und Rennrad fährt. Als Beigeordneter möchte er die Verbandsgemeinde mit zum Erfolg führen. Das bedeutet für ihn, dass sich die Menschen auch als Bürger der VG und nicht nur ihrer Ortsgemeinde sehen. Keine der Ortsgemeinden solle hervorgehoben werden, sondern alle sollen sich auf Augenhöhe begegnen, sowohl in der Politik als auch bei den Bürgern. Dafür müsse man den Menschen auch erklären, was die einzelnen Gebietskörperschaften wie der Kreis, die Verbandsgemeinde und die Ortsgemeinden machen. Durch die Aufteilung gebe es keine Doppelstrukturen mehr, die Verwaltungen könnten effizienter und kostengünstiger arbeiten. „Deshalb gibt es eigentlich keinen Grund, die Verbandsgemeinde als negatives Konstrukt zu betrachten“, findet Körner. Wichtig ist ihm auch das Thema Digitalisierung. Gerade sei im Rat die digitale Ratsarbeit beschlossen worden, und seit 2016 können Bürger auch die Haushaltsentwürfe einsehen und sich einbringen, nennt Körner Beispiele. Auf diesem Gebiet sieht er deshalb großes Potenzial, um die Verbandsgemeinde bürgerfreundlicher zu machen. Mit seiner beruflichen Erfahrung zur Seite stehen möchte Körner seinen Kollegen im Verbandsgemeinderat beim Thema Energie. Der 30-Jährige ist bei den Stadtwerken Speyer stellvertretender Fachbereichsleiter Vertrieb und Handel. Körner ist zwar Beigeordneter der VG, aber kein Mitglied des Verbandsgemeinderats. Die Sitzungen kann er also nur als Zuschauer besuchen. Bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr will er deshalb für das Gremium kandidieren, um bei einem Einzug auch dort stimmberechtigt zu sein. Auf die Frage, ob er sich auch irgendwann noch höhere politische Ämter vorstellen kann, sagt Körner: „Das kann ich heute nicht sagen. Es wäre dumm, heute etwas komplett auszuschließen.“ Allerdings macht er deutlich, dass er auch die negativen Seiten der Arbeit durch seinen Vater kennengelernt habe – die verplanten Wochenenden sowie den Gegenwind von politischen Gegnern und der Presse. Clemens Körner war, bevor er 2009 Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises wurde, Ortsbürgermeister von Dudenhofen und Bürgermeister der früheren Verbandsgemeinde Dudenhofen. Zurzeit stelle sich die Frage, ob er einmal in die Fußstapfen seines Vaters treten möchte, aber nicht. Wenn er ein solches Angebot bekommen würde, müsste er das erst einmal mit seiner Familie absprechen. „Das entscheide ich nicht von heute auf morgen“, sagt Körner. Mitspracherecht hat dann seine Frau Fabienne, mit der er den fast fünf Monate alten Sohn Vincent großzieht. Körner ist es wichtig, dass seine Familie Teil seines politischen Engagements ist. Bei öffentlichen Veranstaltungen kommen seine Frau und sein Sohn so oft wie möglich mit. Schließlich war Körner selbst, wie er sagt, schon als „Bub bei Straßeneinweihungen dabei“.