Dudenhofen
Adrian Brech an der Orgel in St. Gangolf
Der junge Organist überzeugte mit transparenten, gut gegliederten und mitreißenden Vorträgen. Die Folge passte sich den vertiefenden Betrachtungen zum Glaubensbekenntnis von Reinhard Körner an, mit denen Pfarrer Jens Henning Orgelmusik und theologische Betrachtungen zur höheren Einheit verschmolz.
So begann Brech, der vor drei Jahren erster Preisträger bei „Jugend musiziert“ war und in Saarbrücken Katholische Kirchenmusik studiert, mit dem ersten Satz aus dem Flötenkonzert des „Darmstädter“ Johann Christian Heinrich Rinck. Flott und spielfreudig brachte Brech die Soli ein, artikulierte sauber und genau, brachte aber die klanglichen Kontraste mit zugriffiger Akkordik auch gut heraus.
Meisterhaften Gestaltung
Schwungvoll, aber nicht zu schnell näherte er sich dem Laufwerk von Bachs E-Dur-Toccata BWV 566, gliederte das Rankwerk jedoch agogisch sinnvoll. Den fugierten Abschnitten verlieh Brech eine federnde Rhythmik. Mitreißend durchschritt der Solist die hier noch aus der norddeutschen Tradition her rührende Verschränkung der toccatenhaften und fugierten Teile. Da zeigte sich die Fähigkeit zur meisterhaften Gestaltung.
Großzügigen Zugriff bewies Brech dann auch im begeisternden Finale von Mendelssohns vierter Sonate. Die Charaktere der anderen Sätze waren abgerundet und exakt getroffen, liebevoll hatte sich Brech in die liedhaften Abschnitte des Andante vertieft.
Feierliche Atmosphäre
Der flächige Klangaufriss der Dudenhofener Digital-Orgel bekam den wuchtigen Akkordfolgen des Kopfsatzes besonders zugute. Feinsinnig ließ sich Brechs Spiel in den getragenen Abschnitten von Mozarts f-Moll-Orgelfantasie KV 594 an. Die Schwingungen der Orgel erzeugten einen tremolierenden Klang und damit eine feierliche Atmosphäre. Die marschartig punktierten Teile der Fantasie belebte Brech in fröhlicher Gangart und in freudvoller Rhythmisierung.
Souverän durchquerte Brech dann am Ende seiner begeistert applaudierten Vorträge auch die bunten Abschnitte der vielseitigen „Hymn to the Stars“ aus den „Pastellen vom Bodensee“ von Sigfrid Karg-Elert. Da schritt es mal lustig vorwärts, setzte es zu figurenreichen Zwischenspielen an, nahm sich wieder in ruhige Abstufungen zurück, stürmte dann aber fröhlich voran, schwang sich strahlend hinauf und endete nachdenklich verklingend. Auf engem Raum hatte Brech hier eine immense Aussagen-Fülle zu vollziehen, was ihm klangsinnig glückte.
Termine
Weitere Konzerttermine der von St. Cäcilia in St. Gangolf Dudenhofen vorgesehenen Reihe „Musiker aus der Nachbarschaft“ sind vorgesehen für Sonntag, 21. November, 17 Uhr, mit Matthias Debus, Jazz-Bass, und Alexandra Lehmler, Saxofon, sowie für Sonntag, 12. Dezember, 17 Uhr, mit Familie Wulfert.