Speyer / Dudenhofen Abschied von Schuhhaus-Gründer Franz Bödeker

Franz Bödeker
Franz Bödeker

Franz Bödeker ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Er gründete und führte ein Speyerer Unternehmen, das immer wieder von sich reden macht.

„Angst ist ein schlechter Begleiter.“ Sohn Peter Bödeker hat sich den Leitsatz seines Vaters längst zu eigen gemacht und zitiert ihn gerne. „Was du heute tust, ist morgen schon gemacht“, das habe er auch immer wieder gesagt und belegt. Deshalb stehe das Schuhhaus Bödeker trotz der schweren Corona-Zeit gut da. „Er hat immer umgebaut, wollte alles modern, alles für den Kunden.“ Bis über seinen 90. Geburtstag hinaus war Franz Bödeker regelmäßig im Betrieb, wirkte an Entscheidungen mit. Nach einem Schlaganfall war er zuletzt schwer erkrankt. Am Montag ist er in Dudenhofen im Kreis seiner Familie friedlich eingeschlafen.

Der 1929 geborene Westfale war 1944 nach Speyer zur Lehre ins Schuhhaus Kernberger gekommen, das sein Onkel führte. Von einem Kriegseinsatz 1945 unterbrochen, widmete er sein Leben den Schuhen und dem Geschäft. 1959 übernahm er zusammen mit Gattin Erna das frühere Schuhhaus Glaser in der Maximilianstraße und gründete sein eigenes Unternehmen. Es wuchs von zwei auf zunächst 30 Mitarbeiter. In Speyer kam ABC-Schuhe hinzu, dann ein Schuhmarkt am Postplatz und 1992 in Mutterstadt eine erste Filiale außerhalb der Domstadt. Heute sind es 14 Filialen zwischen Saarbrücken, Mainz und Freiburg. In Speyer und Neustadt sind großflächige Modemärkte darunter. Peter Bödeker führt die Leistungsgemeinschaft „Das Herz Speyers“.

„Der Beruf war sein Hobby“

Schwiegertochter und Mitgeschäftsführerin Gisela Merl-Bödeker hatte längst die Verantwortung für die angebotenen Kollektionen übernommen, als Franz Bödeker sich immer noch einbrachte. Ins Haus gekommene Vertreter habe er mit seinen Fachfragen teilweise überfordert, erzählt Sohn Peter schmunzelnd. „Das Schuhhaus war sein Leben, der Beruf sein Hobby.“ Meinungsstark sei der Firmengründer gewesen und beliebt bei den zuletzt 200 Mitarbeitern.

Auch in der Krankheit sei noch der Schalk aufgeblitzt, der seinem Vater zeitlebens im Nacken gesessen habe, erzählt der Sohn. Die Familie sei mit den Enkeln Leon, Janis und Sophia am Sterbebett gewesen, so Peter Bödeker. Das habe dem gläubigen Katholiken („Lieblingskirche war der Dom“) Trost gegeben. Er werde das Unternehmen im Sinn seines Vaters weiterführen.

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