Speyer 111 mal Speyer

Mit Brezel: So sieht der Titel des Stadtführers aus.
Mit Brezel: So sieht der Titel des Stadtführers aus.

In der Reihe von Entdeckungsführern ist nun ein Band über Speyer erschienen, der Einheimische und Gäste der Domstadt nicht nur an bekannte Sehenswürdigkeiten schickt. Natürlich ist das subjektiv, aber in dem Fall gelungen und spannend und originell.

Das Buch „111 Orte in Speyer, die man gesehen haben muss“ erscheint am Donnerstag, 24. September, im Emons-Verlag. Damit hat die bekannte Reihe von Entdeckungsführern nun auch die Domstadt erreicht und das Angebot an Stadtführern um eine neue Facette bereichert.

Verfasst wurde der Band von Regina Urbach, die in Worms lebt und auch schon ein analoges Buch zu einer der anderen SchUM-Städte verfasst hat. Nach Speyer aber kommt Urbach regelmäßig und kennt sich deshalb aus hier. Das zeigt sich allein schon an ihrer Auswahl der besonderen Orte, von denen selbst Speyerer und gute Speyer-Kenner nicht unbedingt alle aus dem Stand kennen.

Wer war denn schon in der Jesuitengruft? Und wer weiß schon, was es mit dieser auf sich hat. Dabei liegt sie mitten in der Stadt in der Nähe des Doms unter dem Edith-Stein-Platz. In dem entsprechenden Kapitel ihres Buches erinnert die Autorin auch an die Geschichte der Jesuiten in Speyer und an deren Kirche, die nicht erhalten ist.

Von der Antike bis zur Gegenwart

Natürlich kommen die bedeutenden Orte in dem Buch vor, aber nicht unbedingt in klassischer Stadtführermanier. So wird der Dom nicht als Ganzes behandelt, sondern schlaglichtartig durch die Krypta und die Grablege, die Orgelanlage, den Domnapf oder den Ölberg behandelt. Neben diesem einen Speyerer Weltkulturerbe kommt natürlich auch das andere in der SchUM-Stadt mit dem Judenhof vor.

Das Historische Museum der Pfalz kommt in Gestalt des Weinmuseums mit dem spektakulären Exponat, dem ältesten Wein der Welt, vor. Das Technik Museum wird mit seinen Sammlungen im Wilhelmsbau vorgestellt. Purrmann- und Feuerbachhaus sind auch dabei.

Der Reiz der Reihe und erst recht dieses ansprechenden und gelungenen Bandes über Speyer liegt darin, dass die 111 ausgesuchten Orte (die Zahl ist verbindlich und der „rote Faden“ dieser Buchidee) eben nicht nur die üblichen Attraktionen einen Stadt oder Region ansprechen, sondern ganz breit gestreut Bauwerke, Naturdenkmäler, Kultureinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen, Gastronomie, Personen und anderes mehr in jeweils einem Bild und einer Seite Text vorstellen. Die Texte – und das macht Urbach sehr geschickt – sind nicht bloß beschreibend, sie weiten den Blick und bringen rund um den sehenswerten Gegenstand viele interessante und wissenswerte Dinge.

Lektüre ist ein Vergnügen

Gerade aus diesem Grund ist dieses neue Speyer-Buch auch die hier Lebenden oder von hierher Kommenden ein Gewinn, denn es dürfte nicht so sehr viele geben, die all das wissen und kennen, was in diesem Buch angesprochen wird. Für Gäste ist es allemal eine Anregung, Speyer auf eine besondere Art zu entdecken.

Die Auswahl der 111 Orte ist selbstverständlich subjektiv, jede und jeder, der oder dem Speyer und sein Wert am Herzen liegt, käme wohl auf eine eigene Liste, aber die von Urbach ist sehr spannend und originell – und im Grunde immer nachvollziehbar. Das macht die Lektüre und das Betrachten des Buchs zum Vergnügen.

Aktuell ist das Buch übrigens auch: das Projekt des „Grynen Bandes“ ist eine der erwähnten 111 Attraktionen. Und die Kohlbüste von Wolf Spitzer im südlichen Domgarten auch. Somit umspannt das Buch die Zeit von der Antike bis zur unmittelbaren Gegenwart.

Die Brezel als Speyerer Symbolgebäck ziert schon das Cover. Ein derartiger zeichenhafter Hinweis auf die behandelte Stadt oder Region gehört zum Prinzip der Buchreihe. Auf die Rückseite hat es unter anderem der Axtmord von 1947 in der Herdstraße geschafft. Und als gutes Gegenstück die Dominikanerinnen vom Institut St. Dominikus mit ihrem Kursangebot „Die Bibel getanzt“.

Regina Urbach geht in einigen Kapiteln auch über die Stadt hinaus und macht die Natur im Umland auch zum Thema.

Lesezeichen
Regina Urbach, „111 Orte in Speyer, die man gesehen haben muss“, mit zahlreichen Fotografien, Broschur, Emons Verlag 2023, ISBN 978-3-7408-1508-0, 240 Seiten, 18 Euro.

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