Walsheim
Viersterne-Campingplatz Walsheim könnte sofort aufmachen
„Eigentlich könnten wir sofort in die neue Saison starten“, meint Campingplatz-Chef Eric Meerdink. „Bis auf ein paar noch fehlende Stellplätze ist der überwiegende Teil des Platzes fertig vorbereitet“, sagt der Niederländer, der den Platz im August 2018 von der Gemeinde Gersheim erworben hat. Inzwischen haben er und seine Ehefrau Marianne die beiden Sanitärgebäude tipptopp renoviert, alle Stellplätze säuberlich durchnummeriert und mit Elektroanschluss und W-Lan versehen. Der ganze Stolz des Betreiberpaars sind die von festen Dächern überragten oliv-gelben Safarizelte für jeweils bis zu sechs Urlaubsgäste – komplett mit Doppelstock- und Himmelbetten, Küche und Veranda mit Sitzgruppe. Im Mai soll noch ein kleines Safarizelt für zwei Personen hinzukommen.
Solcherart Neuerungen – und noch manch weitere – waren Voraussetzung für die Klassifizierung als Viersterne-Campingplatz. Mit dieser Auszeichnung darf sich die Anlage in Gersheim-Walsheim als aktuell einzige im Saarland schmücken. Gar fünf Sterne gibt es im Land derzeit lediglich auf dem Platz am Bostalsee.
Am Dienstag, 16. März, hat Jörg Omlor, der langjährige frühere Chef der Bexbacher Campingmesse, im Auftrag des Deutschen Tourismusverbandes eine Urkunde nach Walsheim gebracht: Das Dokument adelt den Platz mit dem vierten Stern. Als sogenannter Auditor bewertet und klassifiziert Omlor sämtliche Campingplätze im Südwesten zwischen Hunsrück, Mosel und Pfälzerwald. „Dass die Gemeinde Gersheim den Campingplatz an die neuen Betreiber abgegeben hat, war das beste, was sie machen konnte“, lobt Omlor die Professionalität der Meerdinks. Diese hätten das Areal mit viel Fleiß und Leidenschaft auf modernen Stand gebracht. „Denn alle Campingplätze, die heute noch in kommunaler Hand sind, leiden unter massivem Investitionsstau“, hat der Fachmann Omlor beobachtet. „Und in den kommenden Jahren werden die finanziellen Möglichkeiten der Städte und Gemeinden bestimmt nicht besser“, sieht der Bexbacher fachkundige private Betreiber klar im Vorteil.
100 Quadratmeter Fläche für jeden Stellplatz
Am kommenden Wochenende, so weiß Jörg Omlor zu berichten, wollen in Deutschland 28 Campingplätze der Marke Knaus für Besucher aufmachen. „Sollte sich wegen Corona jemand daran stören, wird Knaus ganz offiziell Klage einreichen.“ Omlor geht davon aus, dass diesem Beispiel bald weitere Plätze folgen. „Denn wo könnte man besser Abstand halten als auf einer Anlage wie hier in Walsheim, wo jeder einzelne Stellplatz 100 Quadratmeter umfasst?“
Auf 3,6 Hektar Gesamtfläche halten die Meerdinks hier 160 Zelt- und Wohnwagenplätze in Schuss. 60 davon sind Dauerstellplätze. „Eine gesunde Mischung“, findet Gersheims Bürgermeister Michael Clivot. „Noch im Jahr 2003 hatte es hier nur Dauerplätze gegeben. Das war damals kein touristischer Anlaufpunkt mehr, sondern nur noch eine private Beherbergungsstätte fürs Wochenende.“
Bald wieder Feste mit den Campinggästen?
Inzwischen haben die Meerdinks hier vieles geändert. Und auch in ihrer holländischen Heimat werben sie jetzt via Internet und mit Prospekten tüchtig für den Walsheimer Campingplatz. In den möchten sie in den kommenden Jahren weiter investieren. Zum Beispiel, indem sie den Kinderspielplatz stetig weiter ausbauen.
Feste Höhepunkte im Jahresprogramm sind gemeinsame Grillfeste mit den Campinggästen, etwa zum Auftakt und zum Abschluss der Saison. „Letztes Jahr war das ja leider nicht möglich“, bedauert Marianne Meerdink und spricht von drastischen Einnahmeausfällen im Pandemiejahr 2020. „Bis März war unser Platz sehr gut gebucht, und dann mussten wir schließen“, erinnert die Chefin an eine schwierige Saison. „Bis September lief’s dann noch ein bisschen. Aber im Oktober war ja dann sowieso wieder Schluss.“
Campingplatz versorgt auch das Walsheimer Freibad
Aus vielen Gründen ist für Walsheim die Präsenz der Eheleute Meerdink und ihrer beiden Mitarbeiter in der zugehörigen Gaststätte „Camping-Haus“ und in der Platz-Rezeption nebst Verkaufskiosk heute unabdingbar: Dienen doch die beiden letztgenannten Einrichtungen zugleich als Kasse sowie als Pommes- und Getränkebude, die das kommunale Freibad andienen. Denn dieses befindet sich direkt neben dem Eingang zum Campingplatz und darf hoffentlich eines nicht allzu fernen Tages ebenfalls wieder Besucher begrüßen.
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