Homburg
Sundahls Edelhaus am Römermuseum hat eine Schönheitskur nötig
In seiner Sitzung am Donnerstagabend, 10. September, hat der Homburger Stadtrat der kommunalen Stiftung Römermuseum Schwarzenacker einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 335 000 Euro für das Jahr 2020 bewilligt. Mit diesem Geld soll weiterhin „die ordnungsgemäße Führung des Museumsbetriebs gewährleistet werden“. Vor dem Stadtrat erklärte Klaus Kell, Leiter des Homburger Kultur- und Denkmalamtes, dass die Stiftung wegen steigender Kosten auf den Zuschuss angewiesen sei. Außerdem sei im barocken Edelhaus eine Renovierung überfällig.
Das Edelhaus war um 1725 nach Plänen des Zweibrücker Architekten Jonas Erikson Sundahl errichtet worden. Heute beherbergt das Bauwerk an der B 423 neben Ausstellungsräumen mit römischen Funden und der Museumskasse auch den Mannlich-Hochzeitssaal sowie eine Schau mit Gemälden aus der Galerie von Schloss Karlsberg. Kell bescheinigt dem historischen Gebäude einen Sanierungsstau, der sich inzwischen auf 100 000 Euro summiere. Betroffen sei vor allem das Dachgeschoss mit seinen Gauben. „Um hier etwas machen zu können, sind wir auf Fördergelder aus der öffentlichen Hand angewiesen“, geht Kell davon aus, dass die Dachsanierung wohl etappenweise erfolgen müsse – je nach Dringlichkeit.
Neuer Betreiber fürs Museumscafé?
Nachdem neulich der Pächter des Museumscafés gekündigt hat, das sich in einem Seitentrakt des Edelhauses befindet, wusste Klaus Kell zu berichten, dass man inzwischen mit Interessenten für die Betreiber-Nachfolge verhandle. Einer davon sei das Christliche Jugenddorf, das nur wenige Hundert Meter entfernt im Nachbarort Schwarzenbach ansässig ist.
Für das Römermuseum hofft der Stiftungsgeschäftsführer, dass die Stadt Homburg im Nachgang der Corona-Krise von einem Fördertopf „Kultur-Neustart“ profitieren kann. Vielleicht sei dies der richtige Ansatz, um einen Plan aus der Schublade zu holen, den Kell bereits seit Jahren hegt: Für etwa 450 000 Euro würde er auf dem Gelände des Freilichtmuseums gerne eine sogenannte „Mansio“ errichten lassen – eine nachgebildete Römerherberge zu Museumszwecken. Vorgesehen ist, dass das Gemäuer mit langgestreckter Fassade jene antike Straßenkreuzung ergänzt, an der heute schon Rekonstruktionen der Schenke „Capitolinus“ und einer Bäckerei stehen. Die „Mansio“ könnte dann die im weitläufigen Freilichtmuseum schmerzlich vermissten öffentlichen Toiletten sowie Duschen etwa für die Teilnehmer an Grabungscamps aufnehmen.
Ohne Fördergelder geht es nicht
„Diese Maßnahme ist aber nur durchführbar“, stellte der Amtsleiter vor dem Stadtrat klar, „wenn eine entsprechende Bezuschussung durch das saarländische Wirtschaftsministerium gesichert ist – und zwar zu 95 Prozent der Gesamtkosten.“ Einen Antrag auf diese opulente Förderung habe man schon gestellt.
Weitere 15 000 Euro wird die Stiftung nach Klaus Kells Worten demnächst in den Kauf eines Grabungszelts und einer Ausstellungsvitrine sowie in die Einrichtung eines WLan-Systems für die Besucher des Museumsgeländes investieren. Diesen Betrag will man aus einer privaten Schenkung des Notars Oskar Deutsch und dessen Ehefrau finanzieren.