Saarbrücken
Resolution im Stadtrat: Politischer Widerstand gegen Waldrodung
Vorige Woche konnte die Bürgerinitiative „Hanni bleibt“ jubeln. Grund war der Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Saarbrücken – es hatte entschieden, dass die Rodung des viereinhalb Hektar großen Stücks des St. Johanner Stadtwaldes gestoppt wird. Endgültig ist die Rodung nicht untersagt, da das Oberverwaltungsgericht erst über den Eilantrag entscheiden muss. Den hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Mitte September eingereicht. Der vorläufige Rodungsstopp gilt so lange, bis über den Eilantrag entschieden ist.
Gegen die Rodung samt Bebauungsplan möchte sich nun auch die Grüne Stadtratsfraktion Saarbrücken wehren. Die Grünen haben angekündigt, in die heutige Stadtratssitzung eine Resolution für den Erhalt des Waldes einzubringen.
Grüne: Alternative Standorte sollen geprüft werden
Die Grüne Stadtratsfraktion fordert, alternative Standorte für die Erweiterung des Saarbrücker Uni-Campus zu prüfen. Dort sollen sich Institute aus den Bereichen Forschung und Entwicklung ansiedeln. „Anstatt wertvolle Waldflächen zu opfern, sollten wir brachliegende und ungenutzte Flächen in den Blick nehmen. Eine Stadtentwicklung, die auf Kosten unserer Natur geht, ist nicht zukunftsfähig!“, so die Fraktionschefinnen Claudia Schmelzer und Jeanne Dillschneider.
Der St. Johanner Stadtwald spiele eine entscheidende Rolle als Landschafts-, Trinkwasser- und Bannwald und als natürlicher Schutz vor Starkregenereignissen. „Teile davon zu roden, ohne eine klare Entwicklungsperspektive zu haben, wäre ein fatales Signal – wirtschaftlich, ökologisch und klimapolitisch.“
Sollte das Waldstück gerodet werden, fordert die Stadtratsfraktion, den restlichen Wald im Umfeld der Saar-Uni unter besonderen Schutz zu stellen und ihn als Urwald zu deklarieren.