Homburg / Blieskastel RHEINPFALZ Plus Artikel Polizei: Corona-Kontrollen in der Stadt und auf dem Eis

Hunderte Eisläufer tummelten sich am vorigen Wochenende auf den gefrorenen Hochwasserwiesen zwischen Webenheim, Einöd und Bierba
Hunderte Eisläufer tummelten sich am vorigen Wochenende auf den gefrorenen Hochwasserwiesen zwischen Webenheim, Einöd und Bierbach, hier am Webenheimer Kanal.

Zeitweise über 800 Menschen tummelten sich am vorigen Wochenende zeitgleich auf den Eisflächen zwischen Webenheim, Einöd und Bierbach. Zu viele für die Polizei, die die Zufahrten sperrte. Die Homburger Polizei ist sich sicher, dass sie viele Abstandsverstöße verhindert hat.

„Wir kontrollieren die Einhaltung der Corona-Verordnung“, sagt Alexandra Besse, die Leiterin der Homburger Polizeiinspektion. „Dabei geht Aufklärung vor Strafe.“ Drei Tage lang hatten vom 12. bis 14. Februar die riesigen Eisflächen ohne Einbrech-Gefahr für buntes Treiben bei tollem Wetter auf dem Eis vor Webenheim gesorgt. Familien, Freundeskreise, Eisläufer und Eishockeyspieler nutzten die seltene Gelegenheit. An den Tagen davor war viel Regen gefallen; die Wiesen beiderseits der Blies bei Webenheim und in der Bierbacher Au wurden überschwemmt. Das nur wenige Zentimeter hohe Wasser gefror.

Allein vorigen Freitag, 12. Februar, wurden etwa 200 Besucher auf dem Eis vor dem Webenheimer Panzerkanal gezählt. Am Samstag waren es wesentlich mehr. Augenzeugen schätzen, dass nachmittags um die 800 Personen gleichzeitig auf dem Eis waren. Eine ähnliche Besucherzahl kam am Sonntag zusammen. Samstags und sonntags waren Feldwege und Zufahrten zugeparkt, selbst die Webenheimer Ortsdurchfahrt Bliestalstraße musste als Auto-Abstellzone herhalten.

Maskenträger waren an allen drei Tagen in der Minderheit. Allerdings ist im Saarland das Maskentragen im Freien nur auf Supermarkt-Parkplätzen Vorschrift. Zudem haben sich die Menschenmassen auf den großen Eisflächen verteilt, und meist wehte ein starker Wind.

Wird im Bus Maske getragen?

Nach Hinweisen aus der Bevölkerung besuchte die Polizei am Samstag die Eisflächen. „Wir haben keine Verstöße festgestellt“, fasst Inspektionsleiterin Alexandra Besse zusammen. Grundsätzlich sei bei solchen Gegebenheiten erst einmal die Ortspolizeibehörde zuständig, mit der die Polizei zusammenarbeitet: hier also das Ordnungsamt der Stadt Blieskastel. Besse weiß, dass am Wochenende auch an vielen weiteren Orten im Großraum Homburg tüchtig Eis gelaufen wurde. Zumindest in Webenheim habe die Polizei keine Abstandsverstöße festgestellt. Man habe das Treiben aufmerksam verfolgt und sei mehrmals vor Ort gewesen. Am Samstag habe der Zulauf jedoch überhand genommen. Daher mussten die Zufahrten und Zugänge zum Eis zeitweise gesperrt werden, bis sich die Situation wieder entspannte. Alexandra Besse bestätigt, dass etliche Fahrzeuge auf umliegenden Feldwegen parkten. Abschleppen sei aber nicht nötig gewesen.

Generell überwacht die Homburger Polizei die Einhaltung der Covid-Schutzverordnung. „Dazu gehört auch die Maskenkontrolle in Bussen“, sagt die Inspektionsleiterin. Übrigens tragen die Homburger Polizisten heute andere Masken als noch vor einigen Wochen. Damals stellte ihnen ihr Dienstherr noch dunkelblaue Mund-Nasen-Bedeckungen mit dem saarländischen Wappen zur Verfügung. Seit Januar werden sie aber nicht mehr als ausreichend schützend angesehen. Daher tragen die Homburger Ordnungshüter jetzt dünne OP-Masken oder FFP2-Masken. Und das nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch im Dienstgebäude.

Kontrollen im Einzelhandel

Zusammen mit Mitarbeitern der Ordnungsämter kontrolliert die Homburger Polizei zudem, ob die Einzelhändler ihre Läden wie angeordnet geschlossen halten. „Wir unterstützen, wir sind ja 24 Stunden an sieben Tagen die Woche da“, erklärt Alexandra Besse. Seit den ersten Beschränkungen im März 2020 wacht die Polizei verstärkt darüber, dass die Corona-Vorgaben im öffentlichen Raum beachtet werden. Und nicht nur erst dann, wenn bereits Hinweise von Bürgern eingegangen sind. Dabei gehe man teils zusammen mit den Ordnungsämtern auf Streife, teils werde parallel kontrolliert. „Wenn wir Verstöße gegen Maskenpflicht oder Abstandsregeln feststellen, sprechen wir die Leute erst mal an. Ordnungswidrigkeitsanzeigen sind nur bei schwerwiegenden Verstößen notwendig und daher eher selten“, berichtet Besse. Saarlandweit werde da einheitlich verfahren – egal, ob in Homburg, St. Ingbert oder Tholey.

Ebenfalls für das ganze Saarland gilt, dass die Polizei für ihre coronabedingten Zusatzaufgaben kein zusätzliches Personal bekommen hat. „Natürlich ist das Aufwand. Aber die Kollegen sind von der Wichtigkeit überzeugt“, sieht sie kein Motivationsproblem. „Wir sind natürlich auch auf die Bürger angewiesen und können nicht gleichzeitig überall sein“, ergänzt die Homburger Polizeisprecherin Claudia Hussong.

Gemeinsame Corona-Streife von Polizei und Ordnungsamt in der Homburger Innenstadt.
Gemeinsame Corona-Streife von Polizei und Ordnungsamt in der Homburger Innenstadt.
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