Neunkirchen
Neunkircher Zoo-Elefantin Rani ist tot
Mit ihren 53 Jahren ist die sogar noch um zwei Jahre ältere Kirsty nun die derzeit letzte verbliebene Elefantin im Neunkircher Zoo. Kirsty, 2005 aus dem Tierpark im irischen Dublin nach Neunkirchen gekommen, erhielt am Freitag noch Gelegenheit, sich von ihrer liebgewonnenen Gefährtin Rani zu verabschieden.
Sichtlich bewegt sprach der Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch anschließend von einer „unsagbar traurigen Nachricht“. Am Freitagabend habe man die Entscheidung treffen müssen, „Rani, unsere bereits 51 alte, betagte asiatische Elefantendame zu erlösen. Wir sind tief erschüttert und unendlich traurig.“ Für Fritsch und das gesamte Team im Zoo sei Rani „eine Weggefährtin, eine Freundin“ gewesen. In den vergangenen drei Jahren habe der alte Dickhäuter körperlich immer mehr abgebaut und stark abgenommen.
Bereits im Juni 2017 und im August 2018 waren die Sorgen groß, als die Elefantin nach Schwächeanfällen hilflos am Boden ihrer Schlafbox lag und aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen konnte. Feuerwehrleute mussten damals mit anpacken, um das massige Tier in einem speziellen Hebegeschirr mithilfe eines Krans wieder auf die Füße zu stellen.
Tierarzt macht keine Hoffnungen mehr
„Wir konnten sie in der Vergangenheit immer wieder stabilisieren, haben ihr so drei- oder viermal das Leben gerettet“, erläuterte Zoodirektor Fritsch. „Aber jetzt blieb uns leider nichts mehr übrig. Der Zustand war sehr kritisch. Sie hat nicht mehr richtig verdaut und hat gelitten.“ Der hinzugezogene Tierarzt habe keine Hoffnung mehr auf Besserung von Ranis Zustand machen können. „Da mussten wir sie gegen 19 Uhr einschläfern“, berichtet Fritsch.
Zusätzlich zur Trauer stehen die Neunkircher Zoo-Verantwortlichen jetzt auch noch vor der Frage, wie sie mit dem tonnenschweren Körper der verblichenen Elefantin umgehen sollen. „Die Pathologie der Universität Gießen, mit der wir bei solchen Dingen normalerweise zusammenarbeiten, hat zurzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen“, geht Direktor Norbert Fritsch davon aus, dass man sich am Montag, 6. April, wohl an eine Tierkörper-Beseitigungsanstalt werde wenden müssen.
Altersheim für Dickhäuter-Damen
Optisch an den Baustil eines indischen Tempels angelehnt, wird das Elefantenhaus im Neunkircher Zoo innerhalb des europäischen Arterhaltungs-Zuchtprogramms EEP als eine Art Seniorenheim für ältere Elefantendamen genutzt. In der Nachfolge des hier seit den 1960er-Jahren gehaltenen Elefantenpaars Samba und Chiana waren 2005 zunächst Kirsty und die inzwischen ebenfalls verstorbene Judy aus Dublin gekommen. 2010 wurde die dickhäutige Seniorenresidenz in Neunkirchen dann durch Rani und das mächtige Alphatier Buria aus dem spanischen Benidorm ergänzt. Buria segnete Ende Februar 2017 im Alter von 48 Lenzen das Zeitliche.