Saarbrücken
Karstadt bleibt erhalten: Und damit auch 140 Jobs
In Deutschland sollen 16 der 92 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof dichtgemacht werden. Das Geschäft am Saarbrücker St. Johanner Markt gehört nicht dazu. Das hat der Insolvenzverwalter des letzten großen Warenhauskonzerns nun bekannt gegeben. Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus sagte: „Wir haben für den Erhalt jeder einzelnen Filiale hart verhandelt.“ Als Ziel habe man einen marktüblichen Mietkorridor von sieben bis elf Prozent des Umsatzes definiert, um eine Filiale wirtschaftlich weiterhin betreiben zu können.
Von den 140 Personen, die bei der Saarbrücker Karstadt-Filiale für den Verkauf arbeiten, soll niemand entlassen werden. Zudem arbeiten auch weitere Menschen im Restaurant und der Markthalle.
OB Conradt: „Wichtiges Signal für Mitarbeiter“
Dass die insolvente Galeria-Kette neue Eigentümer bekommt, war im April bekannt geworden: Ein Zusammenschluss aus der US-Investmentgesellschaft NRDC von Richard Baker und dem deutschen Unternehmer Bernd Beetz übernimmt die Galeria-Filialen. Das Gebäude am Standort der saarländischen Landeshauptstadt gehört nicht der Signa-Gruppe, die Eigentümerin der Galeria-Geschäfte war, sondern der Luxemburger Highstreet-Holding.
Saarbrückens Oberbürgermeister (OB) Uwe Conradt (CDU) sagte in einer Pressemitteilung, der Erhalt des Saarbrücker Galeria-Standorts sei eine „gute Nachricht für Saarbrücken und die engagierten Beschäftigten“. Dies sei „ein Nachweis für die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der Saarbrücker Innenstadt als Einkaufsstandort. Vor allem aber ist es ein wichtiges Signal und eine gute Botschaft für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen und großer Ungewissheit in der vergangenen Zeit erneut ein enormes Engagement gezeigt haben – wie schon im Zuge der vorhergehenden Insolvenzen“, sagte OB Conradt und dankte allen Mitarbeitern.
Gläubigerversammlung muss Entscheidung zustimmen
Er sagte, die Verwaltung stehe in engem Austausch mit den handelnden Akteuren. Es habe viele Gesprächen mit der Konzernzentrale, der lokalen Geschäftsführung, dem Insolvenzverwalter und dem Objekteigentümer gegeben. „Wo wir unterstützen können, tun wir es“, so Conradt. So werde in die Weiterentwicklung der Innenstadt investiert: Die Fußgängerzone wird unter anderem erweitert, Kultur und Tourismus sollen gefördert werden, und ein digitales Leerstandsmanagement wird eingeführt. So soll schneller erfasst werden, wo Gebäude leerstehen, und wie man sie wieder mit Leben füllen kann.
Am 28. Mai geht im Insolvenzverfahren vor dem Amtsgericht Essen eine Gläubigerversammlung über die Bühne. Diese müsse den Plänen, die Saarbrücker Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof zu erhalten, noch zustimmen.