Walschbronn RHEINPFALZ Plus Artikel Hölzerne Krönung für historisches Gemäuer

Die Ruine Weckersburg mit einer Christusstatue aus dem 19. Jahrhundert überragt das Lothringer Grenzdorf Walschbronn.
Die Ruine Weckersburg mit einer Christusstatue aus dem 19. Jahrhundert überragt das Lothringer Grenzdorf Walschbronn.

Die lothringische Gemeinde Walschbronn unweit von Bottenbach und Kröppen möchte ihre touristische Hauptattraktion besser ins Licht rücken. Im September beginnen Bauarbeiten für weitere Sanierungen an der Ruine Weckersburg oberhalb der Ortslage. Für 184.000 Euro soll unter anderem ein Turm aufgestockt werden.

Nach Angaben der Walschbronner Gemeindeverwaltung um Bürgermeister Christian Schwalbach soll es bei den Sanierungsarbeiten um „die Erhaltung, die Sicherheit und die Landschaftsgestaltung“ vor Ort gehen, „um das Erbe zu bewahren und seine touristische Attraktivität zu stärken“. Anknüpfen wolle man an Restaurierungen von 2013 und 2015 an den Zugängen zur Mariengrotte und der Burgmauer. Die gesamte Anlage soll stabilisiert und touristisch aufgewertet werden.

Vom Jagdschloss zur Burgruine

1484 hatte Graf Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch auf dem Berg oberhalb von Walschbronn das Jagdschloss errichten lassen, das heute Weckersburg genannt wird. Nach dem Tod Jakobs von Zweibrücken-Bitsch anno 1570 wurde die Burg aufgegeben und verfiel zur Ruine.

An deren Spitze wurden im 19. Jahrhundert eine Mariengrotte und ein imposantes Sandsteindenkmal mit einer weithin sichtbaren Christusstatue errichtet.

Heute bemüht sich die Gemeinde Walschbronn, unter anderem in einer Partnerschaft mit dem Naturpark Vogesen, um weitere Sanierungen. Beim aktuellen Projekt, mit dem es im September losgehen soll, sieht Bürgermeister Christian Schwalbach die Erhöhung des Ostturms durch einen Holzrahmen mit Dach als Hauptattraktion an. „Ein Ziel ist der Schutz des Mauerwerks“, heißt es bei der Gemeinde. Das Ausflugsziel soll sicherer und besser zugänglich gemacht werden. Beim Rundblick vom Turm würden künftig wichtige Landmarken auf Tafeln erklärt. Große und kleine Besucher sollen etwas über den Ort und die Region lernen können. Grünflächen auf dem Gelände werden umgestaltet. In Zusammenarbeit mit dem Verband der Baumschulen entsteht zudem ein Schulobstgarten.

Szenen aus Burg, Dorf und Umgebung

Für Touristen besonders interessant werden dürfte eine bildliche Darstellung mit Szenen aus der Geschichte der Burg, von Walschbronn und des Bitscher Landes, an deren Umsetzung die Bitscher Sektion der historisch-archäologischen Gesellschaft SHAL mitwirkt.

Die Hälfte der Gesamtkosten in Höhe von rund 184.000 Euro wird vom französischen Staat bezahlt. Weitere zehn Prozent übernimmt das Département Moselle und 20 Prozent die Großregion Grand Est, zu der das Elsass und Lothringen gehören. Für die szenische Geschichts-Inszenierung wurden Fördergelder aus dem EU-Programm Leader beantragt. Unterm Strich bleibt für die Gemeinde Walschbronn ein Restbetrag von 20 Prozent – gut 35.000 Euro – , für den sie auf die Unterstützung der französischen Denkmalstiftung hofft, aber auch auf private Spenden.

Spenden

Wer das Projekt mit Spenden unterstützen möchte, kann dies über die Internetseite der Denkmalstiftung tun.

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