Mandelbachtal / Blieskastel / St. Ingbert
Großer Ärger über gesperrte Straße: Wie es jetzt mit der L108 weitergeht
Seit dem Pfingstwochenende, welches zu massiven Überschwemmungen in großen Teilen des Saarlands geführt hat, ist die L108, die sogenannte Staffel zwischen St. Ingbert und Mandelbachtal, gesperrt. Als Folge massiver Regenmengen kam es zu einer Unterspülung eines Streckenabschnitts, die dazu führte, dass die Erde unter der Straße an einem Hang ins Rutschen geriet. Seither ist die Strecke, die auch zum Saarbrücker Flughafen führt, weiträumig gesperrt. Die Folge: Stark ansteigende Verkehrsbelastungen für umliegende Orte, über die der Verkehr umgeleitet wird, wozu unter anderem St. Ingbert-Oberwürzbach, Blieskastel-Aßweiler und Orte in Mandelbachtal gehören.
Um die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand zu informieren und um mit Gerüchten aufzuräumen, lud Landrat Theophil Gallo (SPD) am Donnerstag gemeinsam mit Experten des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) zu einem Pressegespräch, zu dem auch politische Entscheidungsträger der betroffenen Orte eingeladen waren.
Sanierungsauftrag im Eiltempo
„Wir haben Verständnis für jeden, der sich über die Sperrung ärgert“, sagte Torsten Ebel vom Landesbetrieb für Straßenbau. Die Situation, die am Freitag des Pfingstwochenendes eingetreten sei, könne man aber nicht ändern. Seither arbeite man im Eiltempo an Lösungen und führe jedes Gutachten so schnell aus, wie es nur gehe. Schon dienstags nach dem Wochenende habe es bereits ein sofortiges Treffen mit einem Bodengutachter gegeben.
Die Straße soll nun in Form einer Dringlichkeitsvergabe saniert werden, was bedeutet, dass keine lange Ausschreibung erfolgen muss. Stattdessen kann der Auftrag an das entsprechende Unternehmen schnellstmöglich vergeben werden. Auf diese Weise soll rund ein halbes Jahr an Zeit gespart werden. Dennoch müssten Wasser- und Umweltschutzvorgaben beachtet werden, weshalb die finale Vergabe bisher noch nicht erfolgen konnte. Schon im August könnte es aber schon so weit sein, wenngleich ein genauer Startzeitpunkt schwierig vorauszusagen sei. Die Sanierung soll dann rund drei Monate dauern und rund 800.000 Euro kosten.
LfS: Halbseitige Straßennutzung zu gefährlich
Da bei dem Verfahren mehrere Parteien im Boot sitzen, sei ein schnellerer Start wie der jetzt angepeilte schlicht nicht möglich, erklärte Landrat Theophil Gallo. „Hier geht Vorsichtigkeit vor Schnelligkeit“, betonte er auf der Pressekonferenz. Es sei wichtig, möglichst genau hinzuschauen, um die Strecke so zu sanieren, dass sie auch an anderen Stellen künftig vor derartigen Wetterereignissen geschützt sei. Schließlich gehe es um die Sicherheit derjenigen, die die Strecke benutzen.
Auch auf Kritik an der Umleitung, die aus verschiedenen Orten in den vergangenen Wochen geäußert wurde, gingen die Beteiligten ein. Eine halbseitige Nutzung der Straße, wie sie von einigen gefordert wurde, sei schlicht zu gefährlich, sagt der Landesbetrieb für Straßenbau.
Umleitung des Schwerlastverkehrs über die Autobahn?
Um das Verkehrsaufkommen im Blick zu haben, habe der Kreis in den letzten Wochen zudem verdeckte Messungen durchgeführt, um die Auslastung der Orte zu erfassen. Dabei habe man beispielsweise im Blieskasteler Stadtteil Aßweiler erkannt, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung in Form von Tempo 30 nicht sinnvoll wäre. Das Problem seien nicht etwaige Geschwindigkeitsverstöße, sondern die Menge des Verkehrs. Eine andere Strecke sei aber nicht möglich.
Einen Hoffnungsschimmer scheint es jedoch zu geben. Eine Umleitung des Schwerlastverkehrs über die Autobahn sei derzeit in der Prüfung. Da hier aber auch die Autobahn GmbH mit zuständig sei, stehe eine finale Antwort derzeit noch aus.