Homburg Förderverein für Frühchen und andere kleine Patienten

Kükenkoje-Vorstandsmitglied Simone Bacher-Geib, Jenny Nguyen mit Töchterchen Maya, Papa Arne Knodel und Klinikdirektor und Beira
Kükenkoje-Vorstandsmitglied Simone Bacher-Geib, Jenny Nguyen mit Töchterchen Maya, Papa Arne Knodel und Klinikdirektor und Beiratsmitglied Michael Zemlin (von links) vor der Homburger Frauen- und Kinderklinik.

Maya, die Tochter der Zweibrückerin Jenny Nguyen, kam als Frühchen zur Welt – in der 28. Schwangerschaftswoche. In der Homburger Uni-Kinderklinik fühlte die junge Mama sich und ihr Mädchen bestens versorgt. Für die wertvolle Hilfe will sie etwas zurückgeben. Daher hat sie einen Förderverein für ganz Kleine gegründet.

Inzwischen ist Maya 21 Monate alt. Es geht ihr prächtig. „Die Ärzte sind vollauf zufrieden. Ich auch“, erzählt Jenny Nguyen, dass die Kleine „läuft, redet und munter und aufgeweckt ist“. Dabei hatte Maya bei der Geburt im Dezember 2018 gerade mal 745 Gramm auf die Waage gebracht. „Anschließend waren wir fast drei Monate lang in der Homburger Kinderklinik – bis zum errechneten Geburtstermin am 6. März.“

Durch den langen Aufenthalt im Krankenhaus habe sie „die Abläufe dort ganz gut mitgekriegt“, blickt die junge Frau auf die schwere Zeit zurück. Jenny Nguyen wohnt mit ihrem Lebensgefährten Arne Knodel in Zweibrücken. „In der Homburger Klinik wurden wir ganz prima versorgt – ich kann sie wirklich nur empfehlen“, sagt sie. Sie habe damals aber erfahren, „dass die Situation für die Eltern nicht immer einfach ist. Es gibt bestimmte Besuchszeiten. Und manchmal werden sie aufgefordert, ganz schnell sehr wichtige Entscheidungen zu fällen. Etwa zu Bluttransfusionen. Da sind manche Eltern leicht überfordert. Und nicht alle verstehen gleich, was sie machen müssen.“

Weil Maya und ihr in Homburg so sehr geholfen wurde, empfindet Jenny Nguyen tiefe Dankbarkeit. „Ich überlegte mir damals, ob ich mich mit einer Sachspende revanchieren sollte. Aber dann bin ich in die Klinik gegangen und habe vorgeschlagen, einen Förderverein für Frühgeborene und kranke Neugeborene zu gründen. Und natürlich für deren Eltern, die ja besondere Hilfe brauchen.“ Mit ihrer Idee habe sie in der Kinderklinik offene Türen eingerannt: „Die hatten dort auch schon diesen Gedanken, aber der letzte Anstoß hatte noch gefehlt.“

Eltern auf schwierige erste Zeit daheim vorbereiten

Jetzt gibt es ihn, den Verein mit Namen Kükenkoje. Er ist auch für Kinder da, die mit Down-Syndrom, Herzfehler oder offenem Rücken zur Welt gekommen sind. Eine wichtige Aufgabe ist die Schulung der Eltern, um diese auf die schwierige erste Zeit zuhause vorzubereiten, wenn sie mit ihrem Kleinen das Krankenhaus verlassen dürfen. Künftig will sich der Verein verstärkt auch der Förderung von Forschungsprojekten zum Wohl der kleinen Patienten widmen. „Den betroffenen Eltern möchten wir einen Raum bieten“, sagt Nguyen, „wo sie aufgefangen werden. Wo sie den Ärzten und Pflegekräften in guter Atmosphäre ihre Fragen stellen können.“

Inzwischen nähen engagierte Mitstreiter für die Frühchen winzig kleine Babykleidung, wie sie im Handel nicht zu haben ist. Helferinnen häkeln Spielzeugfiguren aus Wolle. „Und damit es Mama und Kind in der Intensivstation mit den vielen Maschinen und dem ganzen Gepiepe ein bisschen schöner haben, machen wir Mobiles und bunten Wandschmuck.“

Anklang beim Klinikpersonal

Bei alldem nutzt die Zweibrückerin ihre Erfahrungen aus der Pharmaindustrie: Gut 14 Jahre lang war sie als Projektmanagerin bei Bayer in Leverkusen und Basel tätig. Zurzeit schreibt die Informatikerin ihre Bachelor-Arbeit zu Businessthemen.

Sofort habe ihre Vereinsidee Anklang bei Pflegerinnen, beim Sozialen Dienst, bei Krankenschwestern und bei Klinikdirektor Michael Zemlin gefunden: Dieser sitzt inzwischen im Beirat der Kükenkoje und wird von Jenny Nguyen auch beim Aufbau einer saarländischen Frauen-Milchbank unterstützt. Im Verein amtiert Nguyen als Schatzmeisterin; zur Vorsitzenden wurde Kathrin Müller vom Sozialen Dienst in Homburg gewählt. Müller bringt ihre Erfahrungen aus Gießen mit, wo sie sich bereits in einem ähnlichen Verein engagiert hat.

Kennlern-Fest am Freitag

Am Freitag, 18. September, stellt sich der junge Verein mit einem Kennlern-Fest ab 17 Uhr vor der Uni-Frauen- und Kinderklinik (Gebäude 9) der Öffentlichkeit vor. „Dort gibt es unter anderem Kaffee und Kuchen“, blickt Jenny Nguyen voraus. „Auch hierfür haben wir wertvolle Unterstützer gefunden. Zum Beispiel stiftet die Metzgerei Grim die Bratwürstchen, und für die Brötchen macht uns die Bäckerei Knauber einen Freundschaftspreis.“

Info

  • Den Verein Kükenkoje erreicht man in der Homburger Uni-Kinderklinik (Gebäude 9). Das Spendenkonto (IBAN) des Vereins lautet DE13 5945 0010 1030 5194 56 bei der Kreissparkasse Saarpfalz.
  • Am Freitag, 18. September, stellt sich die Kükenkoje mit einem Kennlern-Fest ab 17 Uhr vor der Homburger Uni-Kinderklinik der Öffentlichkeit vor. Zu Speisen und Getränken werden unter anderem selbstgenähte Erstlingssets und Spieltiere aus Stoff präsentiert. Für Kinder gibt es Luftballons.
x