Niederwürzbach RHEINPFALZ Plus Artikel Brücke seit sechs Jahren dicht: Das passiert jetzt am Weiher

Seit sechs Jahren ist die marode Brücke, die über den Niederwürzbacher Weiher führt, gesperrt.
Seit sechs Jahren ist die marode Brücke, die über den Niederwürzbacher Weiher führt, gesperrt.

Eine unendliche Geschichte könnte bald zu Ende geschrieben werden: Die Bauarbeiten der Brücke am Würzbacher Weiher haben begonnen. Seit sechs Jahren ist sie gesperrt.

Die Bauarbeiten für die neue Fußgängerbrücke über den Würzbacher Weiher haben begonnen. Seit einigen Tagen finden sich am gegenüberliegenden Ufer des Weges, der am Annahof vorbei in den Wald führt, Baumaschinen, ein Kran und Erdmassen. Im August soll die neue Brücke fertig sein.

Seit sechs Jahren ist die marode Brücke gesperrt. Nachdem im Rat jahrelang um die Finanzierung gestritten wurde und die leeren Kassen der Barockstadt das Vorhaben nicht gerade beschleunigt hatte, soll nun alles ganz schnell gehen. „Es geht jetzt voran, und nach jetzigem Planungsstand wird die Brücke im Spätsommer fertig sein“, sagt Blieskastels Bau-Beigeordneter Patrick Hüther (CDU).

Brückenpfähle aus Spezialstahl

Was ist jetzt genau geplant? Die sogenannte Weiher-Halbinsel werde durch eine Baustraße in zwei Teile geteilt, und über diese Schotterstrecke sollen die schweren Maschinen und später auch die Brückenteile zur Baustelle am Weiherarm gebracht werden. Bauingenieur Alexander Linz vom Tiefbauamt und Baudezernent Tobias Kohl, sind sich sicher, dass es von nun an vorangehen wird. Der Kran steht bereits, was allein schon keine leichte Aufgabe gewesen sei.

„Der Untergrund ist sehr inkonsistent, das ist zum Teil sumpfig. Aber die Firma wird das schon hinkriegen“, ist sich Alexander Linz sicher. Mit dem Kran werden dann die Pfähle für den Unterbau der Brücke in den Weiherboden gerammt. Wegen des Wassers handelt es sich um Pfähle aus einem Spezialstahl. Ein Teil der alten Brücke bleibt während der Bauphase stehen, von dort aus wird am Aufbau der neuen Brücke gearbeitet. Somit brauche man auch kein Boot, und es seien keine Arbeiten vom Wasser aus nötig.

Brücke wird in mehreren Teilen angeliefert

Im Gegensatz zur Ende Februar gesetzten Bliesbrücke, die die Blieskasteler Stadtteile Breitfurt und Wolfersheim miteinander verbindet, gestaltet sich der Transport der Brücke am Niederwürzbacher Weiher nicht so schwierig. Hatte man bei der Bliesbrücke mit einem 30 Meter langen und zwölf Tonnen schweren Brückenstück Probleme, die engen Kurven bis zum Zielort zu durchfahren – letztlich musste ein Kran das Brückenteil über die Dächer heben – wird die Niederwürzbacher Brücke in mehreren kleineren Teilen angeliefert. Somit ist auch das Durchfahren des Nadelöhrs Bahnunterführung von der Landstraße 111 kein Problem.

„Die Brücke am Würzbacher Weiher, so kann man es kurz sagen, besteht aus einem Tragwerk aus Stahl und dem eigentlichen oberen Brückenbau aus mehreren Holzelementen“, erläutert Bürgermeister Bernd Hertzler (SPD). Die Beschaffenheit der Brücke sei auch größtenteils von den Zuschussgebern vorgegeben worden.

Bau-Beigeordneter: Brücke soll im Spätsommer fertig sein

Blick zurück: Im November 2018 wurde die alte, marode Holzbrücke, die über den Weiher führt, nach einer Überprüfung zum ersten Mal gesperrt. Ab Mai 2019 bis Ende des Jahres gab die Stadtverwaltung Blieskastel die Brücke noch einmal frei – allerdings bei verminderter Breite und somit geringerer Belastung. Doch Ende 2019 fiel schließlich noch ein Baum auf die ohnehin schon marode Holzbrücke, was zur endgültigen Sperrung führte. Seitdem wurde im Blieskasteler Stadtrat über einen Abriss der Brücke und ihren Neubau diskutiert.

Eine Machbarkeitsstudie, die 2020 im Blieskasteler Bauausschuss präsentiert wurde, ging von 300.000 Euro Kosten für Abriss und Neubau aus. Als Ersatz für die beschädigte Holzbrücke schlägt die Studie eine Brücke in Holzbauweise „nach dem neuesten Stand der Technik“ und auf Stahlpfählen vor. Der damalige Innenminister Klaus Boullion hatte einen Landeszuschuss von 100.000 Euro in Aussicht gestellt.

Wunsch vieler Bürger geht in Erfüllung

Jetzt, fünf Jahre später, soll und muss aufs Gas gedrückt werden, erklärt Baudezernent Kohl: „Wäre die Brücke bis Ende des Jahres nicht fertig, gäbe es Probleme mit den Zuschüssen.“ Die Brücke wird aus verschiedenen Töpfen bezuschusst, genannt wurden das Umwelt-, das Innen- und das Wirtschaftsministerium. Wie viel sie genau kosten wird, konnte ein Sprecher der Stadtverwaltung Blieskastel noch nicht sagen.

Mit der Erstellung der Brücke geht ein langgehegter Wunsch vieler Spaziergänger und Fahrradfahrer in Erfüllung, musste man doch wegen der langjährigen Brückensperrung eine längere Wegstrecke bei der Umrundung des Weihers in Kauf nehmen. „Die große und bestens angenommene Kastanienwanderung des Heimat- und Verkehrsvereins im Herbst kann dann endlich wieder über die Brücke geführt werden“, zeigte sich Patrick Hüther erleichtert.

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