Reinheim / Bliesbruck Ausgrabungspark startet mit Verspätung in die Saison
Wegen der Corona-Pandemie und der zwischenzeitlichen Schließung der deutsch-französischen Grenze hatte der Kulturpark mehrere Monate Verspätung, bis er 2020 seine Ausgrabungsstätten wieder öffnen konnte. Dies galt auch für die diesjährige Sonderausstellung „Bliesgau – Natur, Menschen, Geschichte“ im Foyer des nachgebildeten Grabmals der „Keltenfürstin von Reinheim“. Auf Foto- und Texttafeln sowie Exponaten stellt diese Schau die Natur, Tierwelt, Kulturlandschaft, historische Landwirtschaft, Geschichte und Baukultur der Bliesregion vor. Ebenso die regionale Mundart und den Weinbau, den es hier einst gegeben hat. Hinzu kommen Aspekte der Kirchengeschichte, jüdische Zeugnisse in der Gegend sowie ein Überblick über bedeutende Persönlichkeiten. Ein nachgebautes Scheunentor dient als Projektionsfläche für eine Video-Installation. Museumsleiter Andreas Stinsky verspricht jedem 100. Besucher der Sonderausstellung ein kleines Zwetschgenbäumchen, das er gegen Jahresende bekommen und zum Erhalt der heimischen Streuobstwiesen auf seinem Grundstück einpflanzen kann. Wer möchte, darf sein Bäumchen aber auch im Kulturpark pflanzen lassen.
Römischen Wandputz digital neu erstehen lassen
Ein weiteres Projekt ist eine Kooperation mit Landesdenkmalamt, Fraunhofer-Institut und dem Berliner Ingenieurbüro Musterfabrik: Unter dem Projektnamen „Digi-Glue“ sollen hier in den nächsten Jahren Fragmente römischer Wandmalereien digital eingescannt und am Bildschirm rekonstruiert werden. Im Tavernengebäude sollen Ergebnisse dieser Arbeit gezeigt werden, die etwa 293 000 Euro kosten soll – finanziert vom Landesdenkmalamt und vor allem mit 250 000 Euro Fördermitteln von der saarländischen Lotto- und Totogesellschaft.
Reduzierter Eintrittspreis ins Fürstinnengrab
Der Eintritt in die Museumsgebäude Maison Jean Schaub, Centre d’ Éxposition und die Römerthermen bleibt vorerst frei. Für das Fürstinnengrab mit der Bliesgau-Sonderausstellung gilt ein reduzierter Eintrittspreis von 3,50 Euro. Auf Großveranstaltungen wie das Römerfest „Vita Romana“ oder das Kelten-Halloweenfest Samhain wird für dieses Jahr aus Corona-Hygienegründen verzichtet.