Rhein-Pfalz Kreis Wirbel um Wirbelwind
«Neuhofen.» Die Kita Wirbelwind sorgt erneut für Wirbel. Jetzt hatten sich die Parteien – und vor allem die SPD – endlich durchgerungen und einem Neubau zugestimmt, gibt es damit ständig neue Probleme. Das Vorhaben verschiebt sich – etwa um ein halbes Jahr. Es muss umgeplant werden. Und warum? Wegen des umstrittenen Kita-Gesetzes der Landesregierung.
„Wir hatten die Baugenehmigung schon und hätten zügig anfangen können“, sagte Ortsbürgermeister Ralf Marohn (FDP) am Dienstag in der Sitzung des Ortsgemeinderats. Doch durch das neue Kita-Gesetz der Landesregierung, das voraussichtlich im Herbst in Kraft treten soll, hätten sich die Anforderungen an eine Kita geändert. Die Betreuungszeiten am Tag werden demnach ausgedehnt, Kinder müssen nicht mehr über die Mittagspause abgeholt werden. Daher müsse eine Kita mehr Schlafräume und größere Gruppenräume haben. „Wir hätten nach dem noch geltenden Recht bauen können und wären dann Gefahr gelaufen, in einem Jahr eine Kita zu eröffnen, die nicht mehr der Gesetzgebung entspricht“, sagte Ralf Marohn. Deshalb wurden die Pläne gerade überarbeitet. Das einstöckige Gebäude wird rechts und links um je einen Meter verbreitert und das gesamte Gebäude um zwei Meter nach links an die Grundstücksgrenze verschoben. Die Gruppenräume sind dadurch dann 57 statt 46 Quadratmeter groß. Die ursprüngliche Planung sah eine dreigruppige Kita mit Erweiterungsoption für eine vierte Gruppe vor. Diese vierte Gruppe soll nun gleich realisiert werden. Die Beigeordnete Melanie Hieb (SPD) sagte, dass das Kreisjugendamt den Auftrag erteilt habe, eine viergruppige Einrichtung zu bauen, in der 80 Kinder betreut werden können. Ein neuer Bauantrag muss nicht mehr gestellt werden. Die Fraktionsvorsitzenden hatten dieses Vorgehen schon im Vorfeld der Ratssitzung mit dem Ortsbürgermeister abgestimmt. Die Kosten für den Kita-Neubau erhöhen sich von 2,1 Millionen auf 2,6 Millionen Euro. Der Zuschuss dafür steigt von 600.000 auf 800.000 Euro. Ziel ist es, mit dem Bau Anfang Oktober zu beginnen. Mit der Fertigstellung rechnet Marohn dann Ende 2020. Das für den Neubau vorgesehene Grundstück an der Carl-Reiß-Straße ist laut Marohn zudem schwierig. Eigentlich handle es sich um zwei Grundstücke, die durch einen Fußweg getrennt seien. Der Architekt habe mehrfach gefragt, ob die Gemeinde doch nicht lieber ein anderes Grundstück nehmen wolle. Doch die Kita soll an der Stelle errichtet werden, wo sie gebraucht wird. Eines ist allen Ratsmitgliedern klar: aufgrund des gestiegenen Betreuungsbedarfs steht die Gemeinde Neuhofen vermutlich bald wieder vor der Entscheidung für einen weiteren Kita-Neubau.