Rhein-Pfalz Kreis Weiße Riesen in Fußgönheim

Fussgönheim. Schmutzige Arbeitskleidung, gebrauchte Betttücher und dreckige Tischdecken werden im Fußgönheimer Industriegebiet in großen Maschinen wieder blitzblank. Zwischen 25 und 30 Tonnen Wäsche bearbeiten die Mitarbeiter der Textilpflege Hoffmann im Durchschnitt täglich. Die Kunden kommen vor allem aus dem Gesundheitswesen sowie dem Hotel- und Gaststättengewerbe.
Die circa 3000 Quadratmeter große Produktionshalle teilt sich in zwei strikt voneinander getrennte Bereiche: in den unreinen und den reinen Teil. „Das ist eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass wir auch Wäsche aus dem Gesundheitsbereich bearbeiten dürfen“, erklärt Geschäftsführerin Janina Hoffmann. Sie leitet das mittelständische Familienunternehmen in vierter Generation. Die Schmutzwäsche wird mit insgesamt neun Transportfahrzeugen vom Kunden in die Wäscherei gebracht. „Unser Einzugsgebiet liegt in einem Umkreis von 150 Kilometern. Es reicht bis Bad Nauheim im Norden und Neunkirchen im Westen“, sagt Hoffmann. Ist die Wäsche da, wird sie im unreinen Bereich sortiert und gekennzeichnet. Bei jedem Haufen muss klar sein, wie er weiter bearbeitet wird. „Von den insgesamt zwei Waschstraßen, die wir haben, schafft die kleine 36 Kilogramm bei neun Kammern und die große 50 Kilogramm bei 20 Kammern“, verrät Textilreiniger-Meister Stephan Meuter. Um Sonderteile bearbeiten zu können, stünden außerdem noch mehrere Waschschleudermaschinen sowie eine Reinigungsmaschine zur Verfügung. Wasch- und Pflegemittel würden ganz gezielt eingesetzt werden und über computergesteuerte Dosieranlage zur Wäsche dazu gegeben, erläutert er. Das durch das Forschungsinstitut Hohenstein in regelmäßigen Abständen geprüfte chemo-thermische Waschverfahren endet auf der reinen Seite: beim Absortieren der verschiedenen Wäschestücke. Auch dabei gibt es noch mal verschiedene Arbeitsschritte. Flachwäsche wie Laken, Kissen und Bezüge werden auf die entsprechenden vier Mangelstraßen verteilt. Die Kunden können sich wünschen, wie Laken und Co. gefaltet werden sollen – modernste Programmiertechnik macht das möglich. Die Frottierwäsche, also Badetücher, Handtücher und Unterwäsche, wird in gasbeheizten, 60 Kilogramm fassenden Maschinen voll getrocknet. Die noch nassen Stücke werden mit einer Art Riesensauger in einen Schlauch gezogen und zu dem Trockner transportiert, der noch Kapazitäten hat. Ist dieser Prozess abgeschlossen, wird die Wäsche für den letzten Schritt vorbereitet – für die Legemaschinen beziehungsweise -tische. Für Arbeitskleidung wie OP-Kleidung oder Patientenhemden, die in Krankenhäusern verteilt werden, steht ein sogenannter Tunnel-Finisher zur Verfügung. Dieser behandelt die auf speziellen Bügeln hängenden Kleidungsstücke mittels Dampf und Heißluft, bis diese nach Durchlaufen des Apparats automatisch dem Faltroboter zugeführt werden. „Er schafft 800 Teile in der Stunde“, sagt Meuter. Für das Sortieren nach Größe und Farbe sind letztlich wieder Menschen zuständig. Für spezielle Kleidungsstücke, zum Beispiel Kochjacken, Seidenblusen und Hemden, stehen den Wasch-Profis zusätzlich Kabinett- beziehungsweise Karussellpressen sowie Garderobenformer zur Verfügung. Entsprechend der Tourenplanung werden die Container schließlich kommissioniert und die saubere Wäschen meist im 24-Stunden-Rhythmus dem Kunden zurückgeliefert. Die rund 180 Mitarbeiter sind nicht alle am Firmensitz in Fußgönheim tätig. Neben den circa 15 Fahrern sind rund 20 Mitarbeiterinnen direkt bei Kunden vor Ort im Einsatz. In Fußgönheim ist das nach der ISO-Norm 2001 zertifizierte Unternehmen seit Sommer 2013 ansässig. Davor firmierte es unter dem Namen Wäscherei Hörner in Rödersheim-Gronau, wo es 1945 auch gegründet wurde. Durch den Umzug konnte nicht nur die Kapazität gesteigert werden. „Auch die Arbeitsbedingungen und die Verkehrsanbindung sind hier viel besser“, erläutert Hoffmann Gründe und Vorteile des Vorhabens, in das sie damals 5,2 Millionen Euro investiert hat.