Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Was Leser ärgert: Wenn der Schlüsselnotdienst 400 Euro verlangt

Tür zu, Schlüssel innen: kann schnell passieren.
Tür zu, Schlüssel innen: kann schnell passieren.

Ein Schlüsselnotdienst kann teuer werden, wie ein Beispiel aus Dudenhofen zeigt. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, wie seriöse Anbieter zu erkennen sind.

So ein Missgeschick ist schnell passiert. Einen Moment in Hektik oder ein Windstoß: Schon ist die Haustür zu, der Bewohner draußen und der Schlüssel drinnen. So ging es den Dudenhofenern, denen Ursula Dislich eine Wohnung vermietet. Eines Abends, erinnert sich die Vermieterin, standen die Mieter vor ihrer Haustür. Sie kamen nicht in ihre Wohnung, hatten ihren Haustürschlüssel innen stecken lassen. Auch der Ersatzschlüssel habe in diesem Fall nichts geholfen: Das Türschloss klemmte. Schnell war der Vermieterin klar: „Da müssen wir den Schlüsseldienst rufen.“

Sie machte sich im Internet kundig und gab „Schlüsseldienst Speyer“ in die Suchleiste ihres Browsers ein. Gleich weit oben kam ein interessanter Treffer. Der Anbieter warb mit Preisen ab 39 Euro, wie sich Dieslich erinnert. Sie sei der Meinung gewesen, das sei ein Speyerer Betrieb und rief an. „Am Telefon wollte man dann meine Postleitzahl wissen“, erinnert sie sich. Das habe sie im ersten Moment bereits stutzig gemacht – liegt doch Dudenhofen nicht allzu weit entfernt von der Domstadt. Nach rund 45 Minuten sei dann ein Handwerker aufgetaucht – allerdings erst in Speyer, weil er die Adresse verwechselte. Für das Öffnen der Tür habe der Mann dann nur wenige Augenblicke gebraucht, sagt Dislich. Dafür habe er zunächst mehr als 400 Euro verlangt, was die Vermietern nicht akzeptierte. Daraufhin habe der Mann den Nachtzuschlag aus seiner Rechnung entfernt – doch rund 219 Euro habe sie vor Ort in bar noch bezahlen müssen.

„Überhöht“, lautet die Einschätzung der rheinland-pfälzischen Verbraucherzentrale. Allerdings habe Ursula Dislich noch Glück gehabt: Es gebe Fälle, in denen noch mehr verlangt würde und die Anbieter vor Ort nicht mit sich verhandeln ließen. 219 Euro seien zwar zu teuer aber noch nicht im Bereich der sittenwidrigen Überhöhung. Trotzdem, Probleme mit mutmaßlich unseriösen Schlüsselnotdiensten seien „ein Dauerbrenner“. Die Verbraucherschützer können Tipps geben, woran seriöse Anbieter zu erkennen sind. So sollte bereits am Telefon ein Festpreis vereinbart werden, auf den sich vertrauenswürdige Dienste auch einließen. Es sei zudem immer ratsam, Zweitschlüssel bei Familien, Freunden oder Nachbarn zu hinterlegen. Außerdem könne man sich bereits im Vorfeld seriöse Handwerker heraussuchen, die im Notfall kontaktiert werden können. Ratsam sei es auch, Gespräche nicht alleine zu führen, um so später Zeugen zu haben. Auf keinen Fall sollten Kunden mit Monteuren zum Geldautomaten gehen.

Ein Indiz für Seriosität könne auch eine Festnetznummer statt ausschließlich einer mobilen Durchwahl sein. Diese könne womöglich zu einer Telefonzentrale geleitet werden. Von dort würden dann Aufträge vergeben. Lokale Nähe werde so oft nur vorgetäuscht. In Ursula Dislichs Fall kam später die Rechnung von einem Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen. Die Dudenhofenerin will auf ihren Fall aufmerksam machen – damit andere, die vor verschlossener Haustür stehen, bei der Wahl des Schlüsseldiensts genau hinschauen.

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