Fussgönheim
Vorweihnachtlicher Bummel durch die Schlossscheune
Die Stimmung bei Besuchern und Ausstellern in der Schlossscheune war gut. „Wir sind ganz glücklich, dass es den Weihnachtsmarkt wieder gibt!“ Die Besucherinnen Ursula Winkelmann und Elke Rothhas strahlen, und auch die 25 Aussteller und die Veranstalter vom Heimat- und Kulturkreis Fußgönheim sind erleichtert, dass es heuer eine Vorweihnacht gibt und nach der Corona-Pause 2020 die beliebte, traditionelle Ausstellung mit Kunsthandwerk stattfinden kann. Gleich an zwei Wochenenden.
Es herrsche zwar nicht der große Andrang wie vor Corona, aber „wir sind zufrieden aufgrund der Verhältnisse“, freut sich der Vorsitzende des Heimat- und Kulturkreises, Andreas Sprinzl, der mit seinen Söhnen die Kontrolle der Impfausweise und Verteilung der grünen Armbänder als Einlassbestätigung übernimmt, wenn er nicht gerade in der Küche beschäftigt ist. Die Veranstaltung findet aufgrund der derzeit steigenden Inzidenzzahlen als 2G-Veranstaltung statt, was bedeutet, dass ungeimpfte Besucher, Aussteller und Mitarbeiter nicht eingelassen werden können.
Aus Glas und Kork
„Wir sind trotzdem vom Andrang überrascht – wir hatten nicht mit so viel Besuchern gerechnet, es aber insgeheim gehofft“, berichtet Sprinzl am Sonntagnachmittag, als sich das erste Vorweihnachts-Wochenende so langsam dem Ende neigt. 25 Aussteller aus allen Teilen Deutschlands sind gekommen, aus Maxdorf und Westheim, Mörlenbach und Biblis, aber etwa auch Walsrode in Norddeutschland. Sie kommen zum Teil bereits seit vielen Jahren zur Fußgönheimer Vorweihnacht wie zum Beispiel Heinz Schader. Aus seinem Hobby hat er einen Beruf gemacht und fertigt seit mehreren Jahrzehnten beeindruckende Glas-Objekte wie die weiße Glasblüte, die gerade gekauft wird. „Die kommt als Mitbringsel in einen Blumenstrauß – das sieht toll aus als Deko“, ist die Besucherin überzeugt, für die Heinz Schader den Artikel in Papier verpackt.
Ihr Faible für Taschen hat Heidi Vosa aus Hochdorf-Assenheim im Ruhestand ausgebaut. Ihre erste Tasche, die sie sich selbst genäht hatte, kam bei ihrer Kollegin so gut an, dass diese gleich eine Bestellung abgab. Inzwischen näht sie mit Leidenschaft Taschen, teils auch in Korkoptik, und oft auch als Rucksack zu verwenden, die gern gekauft werden, wie Heidi Vosa berichtet. Stammgast unter den Ausstellern ist Edmund Gehrlein. Der Korbmacher – „einer der wenigen, die es noch gibt“, wie der Westheimer erzählt – sitzt inmitten seiner Kunstwerke, die von Körben in allen Formen und Größen bis hin zu Vogelnestern reichen. „Ich mache es aus Spaß an der Freud’ , es ist ein tolles Handwerk“, betont Gehrlein.
Zum ersten Mal dabei ist Hildegard Winterhak mit ihrem Blumenlädchen aus Lambsheim und hat an diesem Wochenende „relativ gut verkauft“. Daher ist sie gerade dabei, noch das eine oder andere Gesteck zusammenstellen, denn es bummeln immer wieder neue Besucher vorbei. Auf Dekoratives hat sich auch Rosemarie Löffler aus Bürstadt spezialisiert. Sie hatte die Idee für einen Weihnachtskranz aus Stoff, den sie mit Weihnachtskugeln dekoriert, doch der Kranz sei flexibel: „An Ostern kommen Eier dazu – dann ist es ein Osterkranz“, erklärt sie das Prinzip des nachhaltigen Dekoartikels. Individuelle Geschenke wie Lederbänder und Weihnachtskugeln, handgeschrieben mit dem Namen des Beschenkten verziert, fertigt Werner Müller aus Nohfelden-Bosen an. Auch Schieferplatten mit Lebensweisheiten stammen aus seiner Werkstatt.
Wechsel am Wochenende
Diese hübschen, aber oft auch sehr praktischen Deko- und Geschenkartikel und noch einiges mehr erwartet die Besucher in der Schlossscheune. Die Aussteller, die an den beiden Wochenenden zum größten Teil wechseln, während ein kleiner Teil an allen Veranstaltungstagen zu Gast ist, hat erneut Vereinsmitglied und Organisatorin Marie Luise Bingemann ausgesucht. „Ich bin das ganze Jahr auf Märkten unterwegs und schaue mich um, wer in die Ausstellung reinpasst“, berichtet die Fußgönheimerin. „Die Besucher erwarten ein gewisses Niveau, das sich am besten auch noch von Veranstaltung zu Veranstaltung steigert“, sagt sie zu den Kriterien, nach denen die Aussteller ausgesucht werden.
Wichtig sei eine akkurate Ausführung und Qualität: „Die Besucher wissen, dass sie das bei uns finden.“ In diesem Jahr sei die Erleichterung groß gewesen: „Gott sei Dank findet der Weihnachtsmarkt wieder statt“, gibt sie wieder, was sie von allen Seiten immer wieder gehört hat. Auch die Aussteller seien froh gewesen über die Möglichkeit der Begegnung: „Sie freuen sich, dass sie sich wiedersehen und austauschen können.“
Termin
Fußgönheimer Vorweihnacht, Schlossscheune, Samstag, 20., von 10 bis 19 Uhr, und Sonntag, 21. November, von 11 bis 18 Uhr.