Rhein-Pfalz Kreis Vier Pfälzer Störche sind in Afrika
Hallo Kinder, ihr erinnert euch vielleicht, dass ich von drei jungen Störchen im Wormser Tiergarten berichtet habe, deren Weg in den Süden und wieder zurück die Wissenschaftler verfolgen wollen. Das ist ja jetzt schon eine ganze Weile her. Weil ich wissen wollte, was aus ihnen geworden ist und wo sie im Moment sind, habe ich beim Storchenzentrum in Bornheim nachgefragt.
Christiane Hilsendegen ist die Leiterin des Informationszentrums. Regelmäßig notiert sie auf der Internetseite Neuigkeiten über das, so nennen es die Forscher, Besenderungsprojekt. Vom Wormser Tiergarten aus sind drei Geschwister in den Süden gestartet: Cosima, Dirgni und Siggi. Dirgni ist seit vergangener Woche in der Gegend von Madrid, weiß Hilsendegen. Dort fand sich das Signal des Vogels auf zwei Mülldeponien. „Allerdings wechselt sie und besucht auch bewässerte Felder und Äcker.“ Cosima und Siggi sind leider tot. Cosima wurde am 2. September an der Bahnlinie von San Roque in Spanien gefunden. Sie bekam einen Stromschlag an den Bahnleitungen. Bei Siggi, der bei Calamocha im oberen Ebrotal in Spanien gefunden wurde, ist nicht klar, warum er starb, ob ihn ein Luchs oder wildernde Hunde gerissen haben. Es wurden nur wenige Knochen- und Federreste gefunden. In Afrika sind jetzt vier Pfälzer Störche. Jessica hatte es schon Ende August geschafft, Borni zog vergangene Woche nach – allerdings ist zu beiden der Kontakt abgebrochen. Christiane Hilsendegen macht Funklöcher dafür verantwortlich, das Handynetz in Afrika sei nicht so dicht wie bei uns. Auch Vroni ist in Marokko, „sie ernährt sich hauptsächlich von Müll, inspiziert bei ihren Ausflügen aber auch die Umgebung, vor allem ein Flusstal“, freut sich Hilsendegen. Seit Dienstag ist Mercedes als vierter Pfälzer Storch in Afrika. Sie hält sich auf den bewässerten Feldern von Larach südlich von Rabat auf. Insgesamt ist die Bilanz aber eher traurig. „Überraschend“, sagen dazu die Wissenschaftler: 26 Pfälzer Störche haben im Spätsommer ihren kleinen Rucksack mit dem Sender bekommen. Davon haben 21 die weite Reise angetreten, heute leben nur noch elf. Christiane Hilsendegen erzählte mir, dass die Forscher bisher davon ausgegangen sind, dass 60 Prozent der Jungstörche nicht den Flug nach Süden überleben. Bei diesem Projekt sind es nur rund die Hälfte, 50 Prozent. Interessant ist für die Forscher die Route. Da stimmt zwar die große Richtung nach Süden, aber die Strecken weichen voneinander ab. Auf diesem Weg brauchen die Tiere Trittsteine, erklärt Hilsendegen, das sind Biotope, wo sie was zu essen und zu trinken finden, etwa auf bewässerten Feldern oder an Flussufern. Oft landen die unerfahrenen Störche – Altvögel ziehen später los – auch an Mülldeponien. Vielleicht, meint Hilsendegen, weil zweijährige Störche mitfliegen, die den Weg und diese Ess-Stationen kennen. Auf den Deponien finden die Vögel Aas, Speisereste oder Ratten.